Tafel bedient Bedürftige

Das Rote Kreuz trotzt der Lebensmittelvernichtung. Die neu eröffnete Tafel versorgt Bedürftige mit Nahrungsmitteln.

Von Hubert Daum

Imst –Spätestens seit dem Medienrummel über die Vernichtung von Gemüse, das optisch nicht der Norm entspricht, wird die Wegwerfgesellschaft Lebensmittel betreffend stark kritisiert. Das Rote Kreuz tut etwas dagegen: Gemeinsam mit Ö3 wurde die bundesweite Initiative „Team Österreich Tafel“ gegründet. Das Projekt rettet einwandfreie Lebensmittel vor der Vernichtung. Speziell am Samstag wären Geschäfte und Supermärkte gezwungen, übrig gebliebene, oft erstklassige Ware zu entsorgen. Um das zu verhindern, startet jeden Samstag vormittags ein Transporter auf eine „Tschir­gantrunde“, um diese Lebensmittel zu sammeln. Zielort ist die neue Tafel in der Imster Pfarrgasse, die kürzlich genau gegenüber dem Sozialmarkt Imst (Somi) offiziell präsentiert wurde.

Die Tafel ist eine Einrichtung für Bedürftige, die mit dem Einkommen nicht auskommen. „Wir sind im Juni mit 35 Beziehern gestartet“, schildert Gerhard Holzknecht, „und haben nun die 60er-Grenze überschritten. Sepp Holzknecht hat mit seiner Vernissage das Startkapital spendiert.“ Die Bedürftigen haben jeden Samstag ab 16 Uhr die Möglichkeit, kostenlos unzählige Artikel an Nahrungsmitteln zu beziehen. Anders als in den Sozialmärkten müssen die Kunden ihre Bedürftigkeit nicht nachweisen. Sie müssen lediglich eine Erklärung über ihr Einkommen unterfertigen. Die Grenze für Alleinlebende ist mit 1066 Euro definiert.

Bezirksstellenleiter Günter Kugler ergänzt: „Wir fahren zweimal, jedes Mal waren die Regale vollkommen leer. Übrig bleibt nur Brot und das geben wir den Bauern.“

Die Nachfrage ist groß, also plant man schon neben Zams, Imst und Telfs in Zukunft die nächste Tafel. Ideal sei verkehrstechnisch die Gegend um Haiming.

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