Vor 20 Jahren erschien Nirvanas „In Utero“: Neuauflage des Albums

Mit „In Utero“ kam vor 20 Jahren die letzte Studioarbeit der Grunge-Band auf den Markt. Nun gibt es eine Neuauflage in mehreren Formaten.

Wien, Seattle – Nirvana war vor 20 Jahren die Band der Stunde. Begleitet von einem Mediengetöse erschien im September 1993 „In Utero“, der Nachfolger des Millionen-Sellers „Nevermind“, der sofort in Amerika und England auf Platz eins der Charts schoss. Es sollte die letzte Studioarbeit der Formation aus Seattle um Kurt Cobain sein. Anlässlich des Jahrestages erscheint am Freitag bei Universal eine Neuauflage in mehreren Formaten.

Die Musiker von Nirvana, die ihre Punk-Attitüde nie abgelegt hatten, waren mit „Nevermind“ und der Grunge-Hymne „Smells Like Teen Spirit“ zu Idolen und einem Massenphänomen geworden. Kurt Cobain und seine Frau Courtney Love machten Schlagzeilen - nicht unbedingt nur positive. Drogen, Selbstzweifel und Gefängnisaufenthalte nagten an dem Sänger und Gitarristen. Vor diesem Hintergrund werkte das Trio mit dem von ihm ausgewählten Produzenten Steve Albini an den Songs für die Platte „In Utero“, ursprünglich „I Hate Myself And I Want To Die“ betitelt.

„Kurt hatte bereits begonnen, sehr häufig Drogen zu nehmen“, erinnert sich Drummer Dave Grohl, heute Sänger und Gitarrist der Foo Fighters, im englischen Magazin „Mojo“ (September-Ausgabe) an die Zeit, als „Nevermind“ explodierte. „Ich dachte: ‚Werden wir uns jemals wieder zusammensetzen und neue Songs gemeinsam schreiben?‘.“ Es passierte, aber: Im Gegensatz zur Arbeit an „Nevermind“, für die man sich für einige Woche im Proberaum eingeschlossen hatte, entstanden die neuen Lieder bei losen Sessions. Am Ende wurde „In Utero“ eine LP mit extrem düsteren Liedern und einem fetten Sound.

Die reguläre „20th Anniversary Edition“ enthält auf zwei CDs das in den Abbey Road Studios in London remasterte Originalalbum, einen neuen Mix sämtlicher Songs, dazu noch B-Seiten und Bonus-Tracks und elf bisher unveröffentlichte Demos. Die „Super Deluxe Edition“ wartet außerdem neben einem dicken Beiheft mit der DVD „Live And Loud“, die auch separat in den Handel kommt, und einer weiteren CD mit dem Soundtrack der Show auf. Das „Anniversary“-Paket wird außerdem auf dreifachem Vinyl aufgeboten.

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Es mag seltsam anmuten, dass gerade ein Album einer Band wie Nirvana, die sich klar vom Mainstream und dem Diktat der Musikindustrie abheben wollte, in solch opulenten und zum Teil hochpreisigen Ausgaben neu aufgelegt wird. Aber der unbewusste Schwanengesang der Formation, die eine Revolution in der Rockmusik auslöste, hat nichts von seiner Bedeutung eingebüßt. Und selbst die Sex Pistols haben heute ihre Deluxe-Editions... (APA)


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