Berg-und Tal-Fahrt für Hütten

Trotz der Wetterkapriolen blicken die Schutzhütten auf eine gute Saison zurück. Die alpinen Vereine kämpfen indes um den Erhalt der Infrastruktur in den Bergen.

Von Marco Witting und Christoph Mair

Innsbruck –Der Wintereinbruch in höheren Lagen erinnert auch Tirols Hüttenwirte daran, dass die Saison wieder ihrem Ende zugeht. Eine Saison, die, wie man meinen könnte, arg unter den Wetterextremen – zu leiden hatte. Vor allem unter einem verregneten Beginn. Doch der konnte die Gesamtbilanz offenbar nicht trüben, wie ein Rundruf unter Hüttenwirten ergab.

„Stark in Ordnung“ sei die Saison gewesen, sagt Peter Raneburger von der Edmund-Graf-Hütte in der Verwallgruppe. Nach dem durchwachsenen Saisonstart hätte man ab dem 10. Juli einen richtigen „Traumsommer“ gehabt. Die knapp zehn Zentimeter Schnee die am Dienstagfrüh bei der Hütte gefallen sind, haben auf die Saison keinen wirklichen Einfluss mehr. „Wir sind schon fast im Finale.“ Das heißt: Lager aufräumen und putzen. In einigen Tagen wird die Hütte dann zugesperrt.

Robert Fankhauser vom Solsteinhaus erklärt ebenfalls, dass die Wetterkapriolen der Saison keinen Abbruch getan haben. Natürlich sei die Vor- und Nachsaison wetterbedingt schlecht gewesen. Doch die Zeit dazwischen sei gut gewesen. „Der heurige Sommer war halt anders aufgeteilt.“ Auch bei der Geraer Hütte im Valsertal zeigt sich Arthur Lanthaler durchwegs zufrieden. „Wir kommen fast an 2003 heran.“ Auch wenn die jetzt gefallenen Schneemengen nicht so dramatisch sind wie befürchtet: „Ein Kaltwettereinbruch im Herbst ist natürlich immer ein Minuspunkt.“ Abgerechnet werde aber ohnehin erst zum Schluss.

Darauf hofft auch der Verband alpinen Vereine Österreichs (VAVÖ), die Dachorganisation von 12 Bergsteigerorganisationen in Österreich. Sie haben noch eine Rechnung mit dem Bund offen. Denn dessen Unterstützung für den Erhalt der alpinen Infrastruktur – Hütten und Wege – falle mehr als dürftig aus, beklagen die Vertreter der alpinen Vereine. So sei die Förderung vom Wirtschaftsministerium zuletzt immer weiter gekürzt worden und liege derzeit bei 1,5 Mio. Euro (siehe Box).

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Gleichzeitig verteuere sich der Betrieb der alpinen Hütten, z. B. durch umweltfreundliche Formen der Energiegewinnung oder Auflagen bei der Abwasserentsorgung. Weil die ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder bald nicht mehr ausreiche, um die Löcher zu stopfen und auch der Frust steigt, haben die alpinen Vereine eine Petition gestartet (www.petition.prohuettenundwege.at), um Druck auszuüben. „Wir haben die Marke von 100.000 Unterschriften geknackt“, freut sich Robert Renzler, Generalsekretär des OeAV über einen Erfolg.

Morgen Donnerstag werden die Unterschriften an Bundespräsident Heinz Fischer übergeben werden. Heute Mittwoch beschäftigen sich auch mehrere Ausschüsse des Landtages mit dem Antrag der Liste Fritz, die Landesmittel für die alpinen Vereine von 100.000 auf 300.000 Euro aufzustocken.


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