Felbertauern: Startschuss im Frühjahr

Als beste von drei ins Auge gefassten Varianten wird am Felbertauern eine Straßen-Neuanlage mit rund 3,1 km Länge realisiert. Vorgespräche mit den Grundeigentümern gab es bereits. Die alte Trasse wird 2014 rückgebaut.

Von Claudia Funder

Matrei i. O. –Nach dem gewaltigen Felssturz am Felbertauern im Mai dieses Jahres, bei dem eine Lawinengalerie auf einer Länge von knapp 100 Metern völlig zerstört worden war, musste die Zukunft der wichtigen Nord-Süd-Route neu überdacht werden. Drei mögliche Varianten – der Wiederaufbau der alten Trasse, eine Untertunnelung der Passage und eine komplette Neuanlage waren von Experten ins Visier genommen worden. Schließlich sprach – vor allem aus sicherheitstechnischen Aspekten, aber auch aufgrund der vertretbaren Bauzeit und der angemessenen Kosten – alles für eine Neuanlage der Streckenführung, die TT berichtete.

Die endgültige Entscheidung wurde am Dienstag nach einer Sitzung der Felbertauernstraße AG von Landeshauptmann Günther Platter persönlich bekannt gegeben.

Die Finanzierung des 27,3-Mio.-Euro-Großvorhabens, das in den kommenden eineinhalb bis zwei Jahren umgesetzt werden soll, steht. Der Landeshauptmann gab den Beschluss einer Kapitalaufstockung um 10 Mio. Euro bekannt, wovon 6,2 Mio. Euro der Bund und 3,7 Mio. Euro das Land trägt. Weitere Gelder kommen aus dem Katastrophenfonds. Auch Fremdmittel werden aufgenommen. Inkludiert in den Gesamtkosten sind die Felsberäumung, die Mautentgänge und der Bau der Ersatzstraße, die seit Juli als vorübergehender Bypass indessen bewährt den Verkehr über den Felber stemmt.

„Die neue Trasse wird rund 3,1 Kilometer lang sein und in zwei Kehren bis zur Mautstelle ansteigen“, erklärt Michael Köll, technischer Leiter der Felbertauernstraße AG, gestern im Gespräch mit der TT. „Die Längsneigung wird mit 4 bis 7 Prozent geringer als jene der Ersatzstraße ausfallen, die rund 10 Prozent aufweist.“

Baustart ist im Frühjahr 2014. Die neue Trasse wird in die Gemeindestraße eingebunden, anfangs mit geringer Steigung mittig durch das Tauerntal führen und sich dann sanft zum Südportal schlängeln. „Die Ersatzstraße wird vom Bau der neuen Trasse nicht betroffen sein“, so Köll. „Eine Galerie ist derzeit nicht vorgesehen, aber es sind erdbautechnische Maßnahmen angedacht, um die Straße zu sichern.“ So könnte ein Schutzwall gebaut oder die Straße auf einem Damm errichtet werden. Einer er nächsten Schritte sei, so Köll, die Erkundung des Baugrundes durch Bohrungen und Baggerschürfe. „Die Projektierung läuft bereits, nun ist es wichtig, rasch ins Detail gehen zu können.“ Dies ist erst möglich, wenn das Einvernehmen der 12 bis 15 Grundeigentümer gefunden ist. „Erste Vorgespräche gab es bereits“, berichtet der technische Leiter.

An der Abbruchstelle selbst ist indes die Arbeitssicherheit hergestellt. Hier erfolgen nun noch rund fünf Wochen Räum- und Sicherungsmaßnahmen, bevor diese im Frühjahr abgeschlossen werden. Nach der Freiräumung wird der Rückbau der Originaltrasse gestartet. „Die Schutzmaßnahmen in diesem Bereich, in die bisher investiert wurde, dienen auch der neuen Trasse“, stellt Köll klar.


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