VP-Obmannwahl: Mayerl erhielt 79,6 Prozent

Beim außerordentlichen Parteitag fuhr Bauernbündler Martin Mayerl das schlechteste Obmannergebnis seit Langem ein.

Von Catharina Oblasser

Lavant –Planmäßig lief der außerordentliche VP-Bezirks­parteitag in Lavant ab. Im Beisein von Landeshauptmann Günther Platter wurde der einzige Kandidat, LA Martin Mayerl (Bauernbund) zum neuen Obmann gewählt. Von 108 Delegierten gaben ihm 86 ihre Stimme. Das entspricht einer Zustimmung von 79,6 Prozent. Zum Vergleich: Mayerls unmittelbarer Vorgänger Erwin Schiffmann (AAB) schaffte vor zwei Jahren 82,2 Prozent, Johannes Hibler (keinem Bund zugehörig) 2010 gar 97,7 Prozent. Andreas Köll (AAB) wurde 2003 mit rund 91 Prozent zum Obmann gewählt, Hermann Kuenz erhielt 2001 über 92 Prozent.

„Bezirksparteiobmann zu werden, war für mich kein Kindheitswunsch, von dem ich schon in der Sandkiste geträumt habe“, scherzte der 43-Jährige nach seiner Wahl. „Ich bin aber mit dem Ergebnis zufrieden und übernehme das Amt mit Stolz.“ Für den Dölsacher ist es wichtig, dass „seine“ VP-Leute persönliche Befindlichkeiten und Einzelinteressen hintanstellen. „Die haben in der Partei nichts zu suchen.“ Mayerl fordert einen geschlossenen Auftritt nach außen. Auch das oft praktizierte Jammern über Benachteiligungen in Osttirol will er abstellen. „Wenn wir uns ständig in Selbstmitleid üben, ist es kein Wunder, dass die Jungen fortgehen.“ Nun plant der Bauernbündler eine Befragung der Parteimitglieder. „Ich will die Basis einbinden.“

Die Bilanz des scheidenden Obmanns Erwin Schiffmann war gemischt. „Während meiner Amtszeit wollte ich die Interessen der Bünde zusammenführen, da gibt es Defizite.“ Trotzdem bezeichnet der Sillianer Bürgermeister die bündische Struktur der ÖVP auch als Stärke: „Damit haben wir bei den Landtagswahlen im April stark mobilisiert. Das Ergebnis: zwei Landtagssitze und ein Mandat im Bundesrat für Osttirol.“ Er ziehe sich auch deshalb zurück, weil der Posten des Bezirksparteiobmannes nur in Zusammenhang mit einem Landtagssitz sinnvoll sei, so Schiffmann. Die 5570 Vorzugsstimmen für Mayerl bei der Landtagswahl seien ein deutliches Zeichen, dass die Wähler eine Ver­jüngung wünschten.

LH Günther Platter gratulierte Mayerl und ebenso Christian Steininger (AAB). Der Lienzer Jurist wird neben Elisabeth Greiderer und Matthias Scherer einer von drei Obmannstellvertretern. Er erhielt 99 Prozent Zustimmung. Abschließend bekannte sich Platter klar zur bündischen Struktur der ÖVP. „Wir brauchen die Bünde. Wir müssen aber auch schauen, dass die Ortsparteien überall funktionieren.“

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren


Schlagworte