Die erste Nacht im Lager 1 und 2

Das Expeditionsteam hat die erste Nacht im Lager 1 verbracht. Markus Amon ist sogar bereits bis zum Lager 2 vorgedrungen.

© clearskies.at

Hannes Gröbner meldet sich telefonisch aus Lager 1 auf 5.620 m

Sama Gaon - „Zu fünft sind wir (das Expeditionsteam und Kameramann Hannes) heute bis ins Lager 1 aufgestiegen und werden hier die Nacht verbringen. Markus, Georg und Sepp sind noch weiter durch den Gletscherbruch aufgestiegen in Richtung Lager 2. Einerseits um den Weg zu erkunden und andererseits um auch schon Material für die weiteren Hochlager nach oben zu bringen.

Markus erreicht alleine gegen 15 Uhr das Lager 2 auf rund 6600 Metern Höhe. Georg und Sepp steigen etwas weniger weit auf und deponieren Ihre Ausrüstung etwas unterhalb des Gletscherbruchs. Anschließend fahren alle drei gemeinsam wieder bis auf Lager 1 ab.

Es liegt am Berg weniger Schnee als erwartet. Daher sind die Spalten sehr groß und weit offen. Das erschwert unseren Weg zum Lager 2.

Morgen werden wir alle die gut 1000 Höhenmeter bis ins Lager 2 in Angriff nehmen und dieses mit Zelten und Nahrung und Gas zum Kochen einzurichten. Anschließend werden wir wieder ins Lager 1 absteigen, um noch eine Nacht auf dieser Höhe zu verbringen. Markus wird, wenn es ihm im Lager 2 gut geht, seine Nacht auch dort oben verbringen.

Das Wetter ist gut. Es kommt allerdings immer mehr Wind auf und es wird spürbar kälter.

Akklimatisierung, Basislager und Situation am Berg

Unser Basislager liegt auf 4930 Meter. Im Vergleich zu Basislagern anderer Achttausender ist dies eine moderate Höhe. Das Everest Basislager liegt beispielsweise auf rund 5300 Meter, die Lager in Tibet (Shishapangma, Cho-Oyu) sogar auf 5700 Meter. Wir können daher in unserem Basislager, in dieser Höhe unter 5.000 Meter wirklich Kräfte schöpfen und uns erholen. Über 5000 Meter kann sich der physische Körper nur mehr begrenzt erholen. Er geht in größeren Höhen ab 5.000m in einen katabolen, das heißt Muskel abbauenden Zustand über.

Zur Akklimatisierung, das heißt Anpassung des Körpers an den mit der Höhe abnehmenden Druck und den abnehmenden Sauerstoffgehalt ist es optimal, höher aufzusteigen und dann zum schlafen wieder etwas tiefer zu gehen. Der Körper bekommt einen Reizimpuls zur Anpassung an die Höhe. Verlässt man diese Höhe des Reizimpulses wieder, bedeutet das für den Körper ein Nachlassen des Stressreizes durch die Höhe und er kann sich schneller und leichter erholen und anpassen. Das bringt Vorteile für die Nachtruhe und die gesamte Anpassung an die Höhe.

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Es sind auch noch einige andere, teils große Expeditionen am Berg unterwegs. Im Basislager sind derzeit an die 10-12 andere Expeditionsteams auszumachen. Allerdings stehen manche Lager noch “leer”, d.h. die nepalesischen Mannschaften sind vor Ort, teils sind auch die dazu gehörenden Hochlager schon eingerichtet, aber die Kunden sind noch nicht eingetroffen. So wartet ein komplett aufgebautes Logistiksystem auf die Expeditionskunden, welche dann meist mit Guide Trägern und Sauerstoff den Berg in Angriff nehmen.

Derzeit ist eine große Japanische Gruppe mit 10-12 Mann und eine “zusammengewürfelte” Gruppe (Italiener, Spanier, usw.). Ein zweiköpfiges Schweizer Team ist anscheinend auch mit Ski unterwegs.

Uns geht es allen bestens und wir kommen mit der Höhe gut zurecht.

Namaste aus Nepal, Euer Hannes


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