ÖVP bei Twitter am präsentesten

Keine Partei wird auf dem Kurznachrichtendienst Twitter so häufig erwähnt wie die ÖVP – ungeachtet ob in einem positiven oder negativen Zusammenhang. Auf Platz zwei liegt die FPÖ, Schlusslicht bilden das BZÖ und die Grünen.

Wien – Keine Partei ist so interessant wie die ÖVP – zumindest auf Twitter. Das soziale Netzwerk wurde nun auf Polit-Präsenz abgetastet. Die Studie „Twitter-Politik 2013“ hat noch vor der heißen Wahlkampfphase Nennungen von Parteien und deren Vorsitzenden im sozialen Netzwerk untersucht. Demnach wird die ÖVP darin am meisten genannt, dicht gefolgt von FPÖ, SPÖ und Team Stronach. BZÖ und Grüne werden hingegen selten erwähnt.

Von 14. Jänner bis 4. August hat ein Team um Axel Maireder, Kommunikationswissenschafter und Leiter des Forschungsprojekts TANEP (Towards an analytics of networded publics), in Kooperation mit der Uni Wien und dem GfK-Global Social Media Intelligence Center die politbezogenen Kommunikationsströme auf Twitter aufgezeichnet. Registriert wurden alle Tweets, die den Namen der Parlamentsparteien und ihrer Vorsitzenden enthielten. Insgesamt erfüllten 185.818 Kurznachrichten diesen Anspruch, sogenannte „aktive Nutzer“ wurden noch genauer beobachtet.

Stronach erregt Aufmerksamkeit durch TV-Auftritte

Die ÖVP wurde dabei am häufigsten genannt (25,2 Prozent der Nennungen), danach folgen FPÖ (23,2 Prozent) und SPÖ (19,3 Prozent). „Häufige Nennungen bedeuten nur, dass die Twitter-Nutzer über diese Partei kommunizieren, unabhängig davon ob dies in einem positiven oder negativen Zusammenhang passiert“, betonte dazu Maireder in einer Aussendung. Außergewöhnlich stark vertreten ist auch das erstmals antretende Team Stronach, dies vor allem rund um TV-Auftritte von Frank Stronach.

Das BZÖ kommt hingegen nur auf 7,6 Prozent der Nennungen, die Grünen, deren Funktionäre eigentlich überdurchschnittlich auf Twitter repräsentiert sind, sogar nur auf 5,6 Prozent. Dies könne etwa darauf zurückzuführen sein, dass diese ihre Partei weniger beim Namen nennen, als eher „wir“ schreiben, lautet die Begründung der Studienautoren. Deutlich öfter genannt wurden die Parteien in Zeiten rund um Landtagswahlen, der Wehrpflicht-Volksbefragung und Auftritte im Fernsehen.

TT-ePaper gratis lesen und iPhone 11 Pro gewinnen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

Jetzt mitmachen
TT ePaperTT ePaper

Während Sozialdemokraten und Konservative sowohl SPÖ als auch ÖVP gleichermaßen nennen, erwähnen Freiheitliche vor allem die FPÖ selbst. Aber auch die linke Community erwähnt häufiger die FPÖ als andere Parteien. Das Team Stronach wird von allen Seiten häufig erwähnt, die Grünen insgesamt selten, am häufigsten noch von Freiheitlichen und Kommunikationsprofis, welche die Studie dem „Twitteria-Cluster“ zuordnet.

Journalisten stark vertreten

Auch Medien und deren Vertreter mischen wesentlich auf Twitter mit. Besonders stark vertreten im Netzwerk sind Journalisten und Journalistinnen des ORF und des „Standard“. Neben OTS-Presseaussendungen verlinkt die Twitter-Community bevorzugt auf derStandard.at, Freiheitliche hingegen fast nur auf krone.at. (APA)


Kommentieren


Schlagworte