Die Schüler dürfen sitzen bleiben

Land, Verbund und ÖBB arbeiten intensiv an einer Lösung für die Internatsschüler, die von Tirol nach Salzburg pendeln müssen. Bis dahin können die Schüler die beiden Verbundkarten nutzen.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Es kommt Bewegung ins Spiel – in der Diskussion um die erschwerte Fahrt in die Schule nach Saalfelden für Internatsschüler aus Tirol tut sich etwas. „Anfang nächster Woche findet ein Gespräch VVT – ÖBB statt mit dem Ziel, dieses Thema so rasch und so gut, wie es für alle Beteiligten möglich ist, zu lösen. Uns ist das Problem bewusst und es ist klar, dass es hierfür eine Regelung braucht“, sagt Rene Zumtobel, ÖBB-Pressesprecher.

Auch Verkehrslandesrätin LHStv. Ingrid Felipe sieht Handlungsbedarf. „Momentan müssen sich die Schülerinnen und Schüler ein durchgehendes Ticket vom Tiroler Abfahrts- in den Salzburger Zielort kaufen, das sie erst im Nachhinein über die Heimfahrtbeihilfe teilweise oder komplett rückerstattet bekommen. Langfristig ist das keine Lösung, das sehe ich genauso wie die Eltern. Deshalb habe ich den VVT beauftragt, mit den ÖBB eine Lösung zu verhandeln, die eine möglichst unkomplizierte Fahrt für die Schülerinnen und Schüler ermöglicht“, lässt Felipe auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung wissen.

Der Weg in die Schule drohte für viele Internatsschüler aus Tirol beschwerlich zu werden, wenn ihre Schule im Bundesland Salzburg liegt. Der Grund dafür sind das in Tirol angebotene „SchulPlus“-Ticket und die in Salzburg erhältliche „Super s’Cool-Card“. Die beiden Karten dürfen nämlich nicht aneinandergereiht werden. Die Schüler müssten also in Hochfilzen aussteigen und erst mit dem nächsten Zug weiterfahren, die TT berichtete.

Auch die Schulen in Saalfelden kennen das Problem und haben versucht eine Verbesserung für die Tiroler Schüler zu erwirken, bisher vergeblich. Es sind drei Schulen, die von vielen Tiroler Schülern besucht werden. „Ich habe versucht Kontakt mit der Tiroler LHStv. Ingrid Felipe aufzunehmen, das ist mir nicht geglückt. Es hat sich aber dann jemand vom VVT gemeldet und mir erklärt, dass die Situation nun mal so ist“, sagt Franz Höller, Direktor der HTL in Saalfelden. Er ist auch verwundert, dass dieses Problem nur die Tiroler betrifft. „Wir haben auch Schüler aus der Steiermark, die haben damit kein Problem, sie dürfen die beiden Tickets kombinieren“, erklärt Höller.

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Für die betroffenen Eltern ist die derzeitige Regelung unverständlich. „Als Eltern von Internatskindern sind wir doppelt und dreifach bestraft“, sagt Westendorfs Bürgermeister Anton Margreiter, der selbst betroffener Vater ist. Zum einen sei das Internat zu bezahlen, dann sind die Internatsschüler noch von der Schüler-Freifahrt ausgenommen, „und nun sollen wir dieses spezielle Angebot für Tiroler Schüler auch wieder nicht nützen können“, ärgert sich Margreiter. Wie auch die anderen Eltern hofft er auf eine rasche Lösung des Problems, schließlich läuft das Schuljahr bereits. Hier gibt es nun eine gute Nachricht von den ÖBB.

„Unsere Zugbegleiter wurden jedenfalls angewiesen, bis zur Ausarbeitung der Lösung, wie auch immer die aussieht, die betroffenen Schüler im Zug Richtung Saalfelden ‚willkommen‘ zu heißen und kein Aussteigen in Hochfilzen zu veranlassen. Uns geht es definitiv um eine Lösung im Sinne der Schüler, wenn auch die Problematik der verbundübergreifenden Fahrten bereits in den letzten Jahren so war wie bisher“, sagt Zumtobel. Er spricht damit die Schülerbeihilfe durch das Finanzministerium an. Das heißt, die Schüler müssten Einzelkarten kaufen und diese Kosten dann im Rahmen der Schülerbeihilfe nachträglich beim Finanzamt geltend machen.


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