Vorbehalte gegen geplanten Murendamm im Halltal

Für das von der Gemeinde Absam eingereichte Projekt liegt ein positiver Bescheid vor. Der Landesumweltanwalt äußert allerdings Bedenken dagegen.

Von Nikolaus Paumgartten

Absam –Das Halltal in Absam gilt als einer der beliebtesten Eingänge und Zufahrten zum Alpenpark Karwendel. Doch nach einer Reihe massiver Murenabgänge in den vergangenen Jahren verkündete der Absamer Bürgermeister Arno Guggenbichler im Frühjahr 2012, dass die Mautstraße im Halltal aus Sicherheitsgründen nur noch von einigen wenigen Berechtigten benützt werden darf.

Um die Straße aber von weiteren Vermurungen zu schützen, bemühte sich die Gemeinde darum, einen Murenablenkdamm für das Bettelwurfeck zu bekommen. Die Abteilung Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) lehnte das damals ab. Schließlich reichte die Gemeinde ein Projekt ein, an dem sich Land und EU mit 60 Prozent beteiligen. Der Rest kommt aus der Gemeindekasse. Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen etwa 350.000 Euro.

Seit Kurzem liegt nun ein positiver Genehmigungsbescheid der Bezirkshauptmannschaft für den Damm vor. Es ist ein Bescheid, der von der Landesumweltanwaltschaft äußerst kritisch gesehen wird, wie Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer auf Nachfrage der Tiroler Tageszeitung erklärt. „Es geht hier um eine große Maßnahme, die in einem Naturpark stattfinden soll. So etwas darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagt Kostenzer. Schließlich müssten für den Damm große Massen von Material bewegt werden, was sich letztlich wesentlich auf das Landschaftsbild auswirken werde. Trotzdem seien seitens der Sachverständigen auch Bedenken geäußert worden, was die Größe des Bauwerks betrifft. Immerhin, so Kostenzer, könne nicht garantiert werden, dass der Damm seinen Zweck zu hundert Prozent erfülle. Die Folge wären weitere Ansuchen und ein Ausbau des Damms. Derzeit prüfe man den Bescheid mit all seinen Argumenten, bis nächste Woche will der Landesumweltanwalt entscheiden, ob er dagegen beruft.

Kein Problem mit dem Projekt hat Alpenpark-Geschäftsführer Hermann Sonntag: „Mit der mehrmals überarbeiteten und nun vorliegenden Variante können wir gut leben.“ Denn beim Halltal handle es sich nicht um unberührten Naturraum, sondern man stoße bereits jetzt auf sichtbare Zeichen von Besiedlung, wie etwa das Kraftwerk oder die Druckrohrleitung.


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