Tirols Hotels halbierten Investitionen

Tirols Hotellerie drückte heuer auf die Investitionsbremse. Anfragen an die Tourismus-Spezialbank ÖHT gingen um 49 % zurück.

Innsbruck –Tirols Hotellerie hat sich heuer bei Investitionen enorm zurückgehalten. Laut Angaben der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) haben Österreichs Hoteliers heuer um deutlich weniger Geld angeklopft als im Vorjahr. „In den ersten drei Quartalen haben wir österreichweit einen Rückgang um 35 % des förderbaren Investitionsvolumens beobachtet“, hält ÖHT-Geschäftsführer Wolfgang Kleemann fest: „Aus der Tiroler Hotellerie hatten wir heuer einen Rückgang der Finanzierungsanträge im Ausmaß von 64 Mio. Euro – ein Minus von 49 %.“

Den Rückgang führte er darauf zurück, dass die Hotellerie seit 2007 bereits enorm investiert habe und nun eine Investitions-Verschnaufpause einlege. „Es gibt aber auch eine Kreditklemme im Tourismus.“ Seit 2007 lag laut ÖHT der jährliche Investitionszuwachs im Tourismus immer deutlich über dem Schnitt in der Gesamtwirtschaft, 2013 hingegen darunter. „Die Branche stand auf der Investitionsbremse, ich sehe aber keine Branchenkrise“, so Kleemann. Österreichs Hotellerie investiere schließlich jährlich 2 bis 2,5 Mrd. Euro. Kleemann geht davon aus, dass im nächsten Jahr die Investitionen wieder deutlich anspringen.

Tirols Hotellerie stehe zudem finanziell besser da als Österreichs Ferientourismus. Der ÖHT-Experte verweist auf 174 Vollbelegstage in der österreichischen und 183 Vollbelegs­tage in der Tiroler Hotellerie. „Betriebe mit dieser Auslastung sind erfolgreich zu führen.“ Niedrige Zinsen kämen der Branche auch zugute.

Weniger rosig sieht es die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV). „Viele Hoteliers senken sogar Preise, damit sie keine Gäste verlieren“, teilt die ÖHV mit. Kurz vor der Nationalratswahl Ende September warnen die Vertreter der Top-Hotellerie jedenfalls die Politik vor etwaigen Steuererhöhungen oder der Einführung einer Vermögenssteuer. (mas)


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