Schlagabtausch um die Tiwag-Pläne im Oberland

Innsbruck – Der Tiroler Landesenergieversorger Tiwag hat beim Umweltministerium ein Gesamtkonzept zum geplanten Wasserkraft-Ausbau im Oberla...

Innsbruck –Der Tiroler Landesenergieversorger Tiwag hat beim Umweltministerium ein Gesamtkonzept zum geplanten Wasserkraft-Ausbau im Oberland vorgelegt. Konkret geht es um die Speicherkraftwerke Kühtai und Kaunertal (beide zur UVP-Prüfung eingereicht), das Gemeinschaftskraftwerk Inn (ist genehmigt), die Ausleitungskraftwerke Prutz/Imst (in Projektierung) und Imst/Haiming (in UVP-Vorprüfung) sowie das Speicherkraftwerk Malfon (liegt derzeit auf Eis).

Geht es nach dem Willen der Tiwag, dann soll dieser „Wasserwirtschaftliche Rahmenplan Tiroler Oberland“ von Umweltminister Nikolaus Berlakovich mit Verordnung anerkannt werden. Diese Verordnung würde nicht die konkreten Genehmigungsverfahren der Behörden ersetzen, sondern verschaffe „einen wertvollen, übergeordneten Handlungsrahmen, sichert hohe ökologische Standards und gibt Planungssicherheit“, sagt Tiwag-Vorstandschef Bruno Wallnöfer. Solche Rahmenpläne gebe es im Wasserrecht seit 1947, fürs Oberland habe man einen ersten Rahmenplan schon 2009 vorgelegt.

Prompt setzte es gestern Kritik vom WWF an der Tiwag. „Das Vorhaben, die Kajakparadiese Gurgler und Venter Ache im Ötztal aufzustauen und durch einen 25 Kilometer langen Tunnel ins Kaunertal überzuleiten, bedroht das Natura-2000-Gebiet Ötztaler Alpen, den Naturpark Ötztal, letzte Flussheiligtümer und das einzigartige Platzertal.“

Für den WWF ist es ein Skandal, dass in Tirol die Tiwag die Energiepolitik mache. Ein Energieversorger könne nie objektiv alle Interessen bis hin zum Naturschutz darstellen. LH Günther Platter und sein Vize Josef Geisler sollten das Heft selbst in die Hand nehmen. Umweltminister Berlakovich dürfe den Tiwag-Plänen keinesfalls zustimmen. (TT)

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