Anrainer rümpfen weiter Nase über Kompost

Die Wörgler Kompostieranlage bleibt weiter ein Zankapfel. Stadt und Stadtwerke verweisen auf Maßnahmen gegen den Gestank.

Wörgl – Im Sommer führten Geruchsbelästigungen durch die Kompostieranlage in Wörgl zu Anrainerprotesten. „Zwischenzeitlich befindet sich die Anlage in einem ordentlichen Zustand, die Geruchsbelastungen konnten auf ein akzeptables Maß reduziert werden“, teilte Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard Jennewein mit. Anderer Ansicht sind Anrainer, die mit dem Zustand noch nicht zufrieden sind.

Bei einem Lokalaugenschein und Gesprächen mit dem Betreiber stellten die Sachverständigen fest, dass die baulichen Anlagen in Ordnung sind, derzeit aber ein zu hohes Biomüllaufkommen verarbeitet werde. Das führe auch zu den Geruchsbelastungen. „Die Anlieferung von Mehrmengen ist aus dem Ruder gelaufen. Deshalb wurden Verfahrensabläufe nicht eingehalten. Dieser Haufen muss bis Ende des Jahres in die Mieten in der Halle eingearbeitet werden. Das kann in den nächsten drei Monaten noch Geruchsprobleme verursachen“, räumt Jennewein ein und ersucht um Geduld. Seitens des Amtsarztes sei keine Gesundheitsgefährdung festgestellt worden. „Ab Jänner 2014 reduziert sich die angelieferte Menge auf 950 Tonnen jährlich durch den Wegfall der Zulieferungen aus Kirchbichl und Wildschönau, die dann in der Co-Vergärungsanlage in Kirchbichl verarbeitet werden. Ab 1. Jänner 2016 liefert auch Wörgl dorthin“, weist Jennewein auf die endgültige Schließung hin. „Mit den durchzuführenden Verbesserungsmaßnahmen hoffen wir, die Geruchsbelästigung reduzieren zu können. Gegebenenfalls muss es Geruchsmessungen in der Nähe der Anrainerwohnungen geben“, teilen Wechner und Jennewein mit.

„Den Anrainern wurde eine Zusammenkunft versprochen, aber seit der Begehung am 21. August haben wir nichts mehr von der Stadt gehört“, wundert sich Anrainer-Sprecherin Ingrid Schipflinger, die die Geruchsbelastung im Gegensatz zur Stadt noch nicht als akzeptabel beurteilt. „Vorletzte Woche war’s wieder fürchterlich“, sagt Schipflinger, die auf den gezielten Einsatz von effektiven Mikroorganismen (EM) zur Geruchsminimierung drängt. Dass in den vergangenen Tagen die Geruchsbelastung zurückgegangen ist, führt sie auf die kühlere Witterung zurück. Auch Anrainer Willi Leitner bestätigt eine Besserung. Beide kritisieren jedoch mangelnden Informationsfluss.

Was Wechner und Jennewein dementieren und auf die mit dem Betreiber geführten Gespräche und Vereinbarungen verweisen. „Verfahrenstechnische Details wurden beim Lokalaugenschein nicht besprochen“, erklärt Jennewein. Sobald der Bescheid vorliege, werde es die Zusammenkunft mit den Anrainern geben. (vsg)

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