Glawischnig und Stronach waren sich im „Taferlduell“ nicht grün

Das Duell zwischen der Grünen-Chefin und dem Magna-Gründer brachte wenige thematische Höhepunkte. Stronach versuchte sich „grüner“ zu geben als Glawischnig.

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Wien - Frank Stronach hat sich am Donnerstag als der Mann präsentiert, der schneller zieht als Eva Glawischnig: Im ORF-TV-Duell mit der Grünen-Chefin kam der Parteigründer ihr nämlich zuvor und präsentierte das erste „Taferl“ der Konfrontation. Glawischnig indes fackelte nicht lange und konterte gleich mit einem ganzen Taferlkonvolut. Thematisch handelte die Diskussion mitunter von Umweltthemen über den EU-Rettungsschirm ESM und Frauenpolitik bis hin zu Korruption und Parteienfinanzierung. Als künftige Partner gingen die beiden wenig überraschend nicht auseinander.

Stronach hielt Glawischnig eingangs per Taferl eine Aussage aus einer früheren TV-Konfrontation vor. Eine Anekdote aus ihren Jugendtagen zeuge von „Unehrlichkeit“. Glawischnig ging in die Gegenoffensive und brachte mit einem ganzen Taferlstapel das Kärntner Schloss Reifnitz aufs Tapet, das Stronach zu günstig erstanden habe. „Ich würde es gerne verkaufen, wenn wir das Geld nur zurückkriegen, das wir reingesteckt haben“, beteuerte Stronach - um kurz danach seine Killerphrase anzubringen: „Sie verstehen die Wirtschaft nicht.“

Stronach macht sich zum „grünen Helden“

Stronach, der vergleichsweise zurückhaltend auftrat, war auch bemüht, seine Umweltkompetenz hervorzukehren und zeigte sein unlängst präsentiertes Umweltprogramm vor. In Kanada gebe es ein „Programm“, das „Grüne Helden“ küre, und „ich wurde auch klassifiziert als ein Grüner Held“, berichtete er. Den Grünen warf er vor, dem ESM zugestimmt zu haben und der Rettung maroder Banken - Stichwort Hypo Alpe Adria - den Segen erteilt zu haben.

„Darf ich Ihnen erklären, worum es geht“, unterstellte nun Glawischnig ihrerseits dem Austrokanadier, sich nicht so recht auszukennen. Der ESM sei notwendig gewesen, denn „ich stehe zur Solidarität“, und für Österreich als exportorientiertes Land sei es wichtig, international an einem Strang zu ziehen. Was die Hypo betreffe, seien es die Grünen gewesen, die „als einzige Partei die Finger in die Wunde“ gelegt hätten. Und Stronach sei „auch im System Haider dabei“ gewesen. Und überhaupt: Seine Strategie, Ex-Politiker in den Magna-Konzern zu holen, zeuge von jener Freunderlwirtschaft, die Basis für Korruption sei. „Sie machen sehr viele Behauptungen, die nicht wahr sind“, wehrte sich Stronach zwischendurch.

„Sie sitzen hier einer Frau gegenüber“

Als er einmal mehr gegen „Funktionäre“ zu Felde zog, wies ihn Glawischnig zurecht, er solle keine „abwertenden Worte“ verwenden. Seine Dauerkritik an „Berufspolitikern“ wollte sie auch nicht hören: „Ja, ich bin Berufspolitikerin“, und sie sei aus Leidenschaft in die Politik gegangen. Stronachs Vorschlag, politische Ämter auf zwei Funktionsperioden zu begrenzen, sei zumindest für die Grünen nicht nötig denn: Über die Liste bestimme die Basis, und „da kommt es immer wieder zu einem Wechsel“.

Stronach beklagte in der Folge den zu hohen Männeranteil in der Politik. „Das ist ein Männerparlament, alles ist von Männern dominiert.“ Wer mehr Frauen im Hohen Haus will, müsse das Team Stronach wählen. Das kostete Glawischnig ein mildes Lächeln - „Sie sitzen hier einer Frau gegenüber, falls Ihnen das nicht aufgefallen ist. Einer Spitzenkandidatin“, sagte sie und verwies zugleich auf den hohen Frauenanteil bei den Grünen.

Vorwürfe, er finanziere seine Partei intransparent mittels Darlehen, wies Stronach zurück. „Ich gebe mein eigenes Geld rein, das schon versteuert ist.“ Der Versuch von Moderatorin Ingrid Thurnher, den beiden deutliche Positionen zum Thema Cannabis-Freigabe zu entlocken, missglückte: Stronach wiederholte, dass er es aus medizinischen Gründen für vertretbar halte. „Ich hab‘s noch nicht probiert“, hielt er aber auf Glawischnigs Frage fest. „Ich rauche nichts.“

Einen Schlenker versuchte er noch Richtung Mariahilfer Straße („Wie kann man die Grünen regieren lassen, wenn sie nicht einmal eine Straße organisieren können“), dann war die Runde auch schon fast vorbei. Eine künftige Zusammenarbeit konnten sich beide nicht vorstellen: „Sie sagt, ich bin ihr sehr unsympathisch“, sagte Stronach. „Sie haben mich ja heute erst kennengelernt“, so Glawischnig, die eine Kooperation „mit diesen Positionen“ weiter für ausgeschlossen hält. Stronach abschließend: „Und Sie freuen sich schon, mit der SPÖ zusammenzuarbeiten.“ Darauf Glawischnig: „Wir können das, keine Sorge.“ (APA)


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