Wacker in Grödig: Punkten ist das Gebot der Stunde

Der auswärts noch ungeschlagene FC Wacker Innsbruck will sich heute ab 19 Uhr beim Sensationsaufsteiger SV Grödig nach der bitteren 0:4-Tivoli-Heimpleite gegen Rekordmeister Rapid rehabilitieren.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Die 0:4-Pleite gegen Rapid ist aufgearbeitet und abgehakt, der Blick auf die Tabelle vermittelt einen klaren Auftrag für das heutige Auswärtsspiel des FC Wacker ab 19 Uhr beim SV Grödig – Punkten ist angesagt. Denn der Vorsprung auf Schlusslicht Admira ist auf vier Zähler geschmolzen. „Wenn Wr. Neustadt dort sechs Tore schießt, sind wir auch nicht ganz chancenlos“, gab sich Trainer Roland Kirchler vor dem gestrigen Abschlusstraining kämpferisch, ließ aber sogleich ein Lob für den Sensationsaufsteiger folgen: „Spätestens mit dem Sieg bei der Austria muss allen klar sein, dass diese Mannschaft Qualität hat.“

Also wie will man in der Salzburger Marktgemeinde auftrumpfen und Zählbares mit auf die Heimreise nehmen? „Mauern ist nicht unsere Sache. Mitspielen und mitfighten ist angesagt und dann werden wir sehen, was herausschaut. Auf dem schmalen Platz können die Standards entscheiden“, so Kirchler, der sich ein interessantes Spiel verspricht und seine Truppe gerade bei Standardsituationen in die Pflicht nimmt: „Taktische Disziplin ist gefordert. Jeder ist zugeteilt, da erwarte ich mir auch, dass das endlich funktioniert.“ Der Schweizer U 21-Teamspieler Darko Jevtic wird von Beginn an dabei sein: „Hinterseer bleibt zentral hinter Wallner. Jevtic soll über die Seiten kommen. Er ist dribbelstark und verfügt über einen gefährlichen Schuss.“

Nach dem Vormittagstraining macht sich der Wacker-Tross auf den Weg nach Salzburg. Nicht dabei sind die gesperrten Marco Kofler und Egoitz Jaio sowie die noch nicht vollkommen fitten Christian Schilling, Miroslav Milosevic, Christoph Saurer und der verletzte Michael Steinlechner. „Grödig wird nach dem Erfolgslauf der letzten Wochen mit breiter Brust auflaufen, aber ich bin überzeugt, dass wir was mitnehmen können“, setzt Wackers Abwehrturm auf die Auswärtsstärke der Schwarzgrünen und verspricht Besserung, denn Vucur vergaß zuletzt gegen Rapid beim Kopfballtor zum 0:1 auf den Torschützen Mario Sonnleitner.

Im kleinen Westschlager verfolgt Grödig zurzeit freilich höhere Ziele als der Nachbar aus Tirol. Zumindest für einen Tag will man den Bullen in der Nachbarschaft die Tabellenführung wieder abluchsen. Die Rolle des „leichten Favoriten“ gegen Wacker nimmt Trainer Adi Hütter auch deshalb gerne an. „Wir haben die Möglichkeit, wieder vorzulegen und wollen den Sieg bei der Austria bestätigen. Aber Wacker ist auswärts noch ungeschlagen, sie waren dem Sieg bei der Austria ebenfalls nahe“, warnte Hütter. Der Vorarlberger kann gegen die Tiroler aus dem Vollen schöpfen, auch der spanische Abwehrchef Ione Cabrera steht nach seiner Adduktorenverletzung wieder im Aufgebot.

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Der Liga-Neuling will seinen Fans erneut ein Spektakel bieten. Durchschnittlich fielen in den jüngsten drei Heimauftritten Grödigs acht Tore pro Partie. Dem 0:0 zum Auftakt gegen Ried folgten unterhaltsame Spiele gegen die Admira (7:1), den WAC (4:3) und zuletzt Wiener Neustadt (3:6).

„Ich denke, dass wir die Liga momentan bereichern. Auch wenn nicht alles passt, weil wir in der Defensive noch genug Gegentore bekommen“, erinnerte Hütter. Diesbezüglich gebe es noch Handlungsbedarf. Wenig auszusetzen gab es hingegen an den Offensivleistungen seiner Elf. Laut Bundesliga-Statistik ist Grödig die effektivste Mannschaft der Liga.


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