Oktoberfest eröffnet: Erstes Fass mit zwei Schlägen angezapft

Millionen Menschen werden in den nächsten zwei Wochen wieder zum größten Volksfest der Welt nach München strömen.

München - Bei Sonnenschein hat in München das 180. Oktoberfest begonnen. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) zapfte am Samstag um Punkt zwölf Uhr mit nur zwei Schlägen das erste Fass Bier an. Mit dem Ruf „Ozapft is“ eröffnete er im Schottenhamel-Zelt unter dem Jubel der Gäste das größte Volksfest der Welt. Den ersten Steinkrug mit frisch gezapftem Bier reichte Ude Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) - gebührt dem bayerischen Regierungschef doch traditionell die erste Maß. Während Böllerschüsse die Eröffnung des Oktoberfestes verkündeten, stießen die beiden Politiker auf eine friedliche Wiesn an.

Zehntausende Menschen waren bis zum Mittag auf die Theresienwiese geströmt. Schon vor der offiziellen Eröffnung waren einige Bierzelte wegen Überfüllung geschlossen worden. Die ersten Gäste waren schon im Morgengrauen zum Festgelände gepilgert, um einen Platz in einem der Zelte zu erkämpfen. Tausende Schaulustige säumten zudem die Straßen, als die Wirte mit dem traditionellen Zug durch die Innenstadt zum Festgelände fuhren. Die meisten Besucher kamen festlich herausgeputzt in Dirndl und Lederhose. Unter den Festgästen waren auch Prominente, etwa Schlagerstar Heino oder die Volksmusik-Moderatoren Carolin Reiber und Florian Silbereisen.

Es ist Udes letzte Wiesn als Oberbürgermeister; der 65-Jährige tritt bei der Kommunalwahl 2014 altersbedingt nicht mehr an. 21 Mal hat er die Wiesn nun eröffnet und zum 20. Mal angezapft. 2011 war das Anzapf-Ritual nach den Anschlägen vom 11. September in New York ausgefallen. „Es geht mir prächtig, die Wehmut wird während des Festes kommen und die Tränen am Ende“, kommentierte er seinen baldigen Abschied. Er freue sich über die Besucher aus aller Welt und über die vielen jungen Leute in Tracht. Sie seien Teil der Festkultur und kämen nicht nur als Voyeure. Klare Worte fand er dagegen für die Alkoholexzesse. Was er nicht möge, seien Kampftrinker und Extrinker. „Ich finde, man muss nicht zeigen, dass man ein Vollidiot ist“, erklärte er unter dem teils empörten Raunen einiger Festgäste.

In der Anzapfbox trafen in diesem Jahr mit Ude und Seehofer ein Sieger und ein Verlierer aufeinander. Bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag war es Ude nicht gelungen, Seehofer als Ministerpräsident abzulösen.

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Die Rollenverteilung sei für ihn aber weder demütigend noch eine Zumutung, hatte Ude vor dem Anstich der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag) erklärt. „Dem Ministerpräsidenten sauber einzuschenken, gehört zu den attraktivsten Amtshandlungen. Dies zum 20. Mal tun zu dürfen, ist ein besonderes Vergnügen!“ Seehofer dankte Ude, dass er die Wiesn immer „so hervorragend“ eröffnet habe.

In diesem Jahr gibt es nach einjähriger Pause wieder eine „Oide Wiesn“. Dort geht es mit Volksmusik und historischen Fahrgeschäften besonders traditionell zu. Das Volksfest dauert bis zum 6. Oktober. An den 16 Festtagen werden rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt erwartet. Nach einer Reihe grauer Tage mit Wolken und Regen lässt die Wettervorhersage hoffen: Mindestens bis Mittwoch rechnet der Deutsche Wetterdienst täglich mit mehr Sonne; es soll bis über 20 Grad warm werden. (APA/dpa)


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