Altweibersommer steht bevor

Bergfreunde dürfen jubeln: Die Wetterprognose ist prächtig, das Hoch könnte sich bis Anfang Oktober halten. Trotzdem sperren einige Hüttenwirte heute zu.

Von Helmut Wenzel

Innsbruck –Mehrere Oberländer Hüttenwirte machen heute Sonntag ihre Fenster und Türen dicht. „Wir haben keine Buchungen mehr“, schilderte gestern Gottlieb Lorenz, langjähriger Wirt der Jamtalhütte bei Galtür. „Früher haben wir probiert, bis Mitte Oktober offen zu halten. Trotz Werbung kamen nur sehr wenige Gäste. Es rentiert sich einfach nicht.“ Auch die Wirte von der Niederelbe- und Heidelbergerhütte, beide im Paznaun, lassen die Saison heute Sonntag ausklingen.

Dabei würden die aktuellen Wetterprognosen klar für eine Saisonverlängerung sprechen. „Ein Altweibersommer steht uns bevor“, bestätigte Michael Winkler von der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) in Innsbruck. Bis Mittwoch sind die Aussichten laut Winkler sehr sonnig, nur in der Früh dürfte es Hochnebelreste im Unterland geben. Im Raum Innsbruck soll das Thermometer am Dienstag auf 25 Grad klettern, im Mittelgebirge gar auf 27 Grad. Donnerstag und Freitag soll es mitunter leicht bewölkt sein, immer noch bei Temperaturen bis zu 25 Grad.

Die Prognose für die Woche danach ist laut Winkler unsicher. Dennoch sieht der Meteorologe einige Vorzeichen, die für eine Fortsetzung des Altweibersommers sprechen. Berg- und Wanderfreunden könne er nur empfehlen, den Rucksack zu schnüren. Auf den derzeit noch angezuckerten Berggipfeln werde der Schnee rasch wegschmelzen. Anders als im Oberland lassen die Wirte im Raum Innsbruck und Unterland ihre Hütten noch weit bis in den Oktober geöffnet, etwa im Karwendel. So hat etwa das Karwendelhaus bei Scharnitz voraussichtlich bis 13. Oktober geöffnet, die Falkenhütte bei Hinterriß gar bis 20. Oktober.

Übrigens: 1989 hat ein deutsches Gericht entschieden, dass der Begriff Altweibersommer gegenüber älteren Damen nicht diskriminierend ist.

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