Für 40 % der Spitalsärzte hat sich die Arbeit verschlechtert

Landesärzte stimmen diese Woche über Gehaltspaket ab. In Umfrage unter Tirols Spitalsärzten wird Arbeitsbelastung als Hauptproblem genannt.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Fünf Millionen Euro stellt das Land Tirol im Jahr 2014 der Tiroler Landeskrankenanstaltengesellschaft Tilak zur Aufbesserung der Gehälter der 1000 Spitalsärzte zur Verfügung. In dieser Woche werden die Ärzte darüber abstimmen, ob sie das Paket akzeptieren wollen und wie die Verhandlungen mit der Tilak geführt werden sollen. „Bei den jungen Spitalsärzten gibt es mit der Tilak weitgehende Übereinstimmung, beim Mittelbau sind wir weit auseinander“, sagt der Obmann der Kurie der angestellten Ärzte, Ludwig Gruber. Ihm geht es auch darum, dass die Grundgehälter angehoben werden – auch für die 45-bis 55-Jährigen.

Mittlerweile liegt eine von der Bundeskurie für Tirol ausgewertete Spitalsärztebefragung vor. Und sie zeichnet kein sehr optimistisches Bild: So betonen 40 Prozent der Spitalsärzte, dass sich die Arbeit im Krankenhaus in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert habe, für 31 Prozent hat sich nichts verbessert. Personalknappheit wird von 89 Prozent wahrgenommen, drei Viertel sehen darin nach der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES unter Turnus-, Fach- und Primarärzten ein gravierendes Problem.

Keine Freude haben 78 Prozent mit den als sehr belastend empfundenen Verwaltungsaufgaben, als weitere Faktoren für die zunehmende Arbeitsbelastung werden Zeitdruck (77 Prozent), Überstunden und lange Dienste (76 Prozent), die Zahl der Nachtdienste (66 Prozent) und Schwächen bei der Arbeitseinteilung (66 Prozent) aufgezählt.

Lediglich 50 Prozent der Turnusärzte, die durchschnittlich 62 Stunden in der Woche arbeiten und 6,1 Nachtdienste im Monat haben, sind mit der Ausbildung zufrieden bzw. sehr zufrieden und 33 Prozent nur bedingt. Unabhängig von der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und den Belastungen im Spital können aber nahezu 75 Prozent der Art und dem Inhalt ihres Berufes sehr Positives abgewinnen.

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