Mehr als nur ein Wegweiser im Salzberg

Das Gemeindemuseum Absam veranstaltet heute eine Exkursion zu alten Grubenkarten ins Landesarchiv.

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck, Absam –Im 15. und 16. Jahrhundert waren es im wesentlichen zwei Kartentypen, die Menschen zur Orientierung nutzten: Seefahrtskarten und Grubenkarten. Während Seekarten den Küstenverlauf und Landmassen lediglich andeuteten und im Vergleich zu heutigen Karten relativ ungenau waren, weisen Grubenkarten aus der damaligen Zeit ein hohes Maß an Genauigkeit auf.

Und das nicht ohne Grund, wie der Tunnelbau-Experte Christian Neumann und der Leiter des Gemeindemuseums Absam, Matthias Breit, erklären. Immerhin konnte der Stollenvortrieb in eine falsche Richtung oder Höhe fatale Folgen für das gesamte Bergwerk haben. Denn um das Salz aus dem Haller Salzberg zu lösen, wurde Wasser in die Gruben geleitet, das dann als Sole abgeschöpft wurde. Wäre ein Stollen von unten in so eine mit Wasser gefüllte Grube getrieben worden, hätte das eine Katastrophe für die Kumpel im Berg bedeutet. Deshalb wurde schon sehr früh damit begonnen, exakte Karten des Tunnelsystems zu zeichnen.

Im Tiroler Landesarchiv werden 14 Grubenkarten des Haller Salzberges aufbewahrt, anhand derer sich die Entwicklung des Salzabbaus im Laufe der Jahrhunderte nachvollziehen lässt. Sie geben aber nicht nur Auskunft über die Lage und Länge der Stollen, sondern stecken darüber hinaus voller wissenswerter Details: von der Beschaffenheit des Gesteins über die künstlerische Darstellung des Lebens über Tage bis hin zur Lage und Funktion der Gebäude am Salzberg.

Heute veranstaltet das Gemeindemuseum Absam gemeinsam mit Christian Neumann und Peter Gstrein, dem ehemaligen Landesgeologen, eine Exkursion ins Landesarchiv in der Michael-Gaismair-Straße 1 in Innsbruck. Zu sehen werden dabei die 14 Karten sein, die älteste davon stammt aus dem Jahr 1555. Die Teilnahme ist kostenlos, Beginn der Zeitreise durch den Absamer Salzabbau ist um 15 Uhr, die Veranstaltung dauert zwei Stunden.

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