Flüchtlinge in Votivkirche: Räumung abgeschlossen

Die etwa 25 Asylwerber, die am Samstag erneut die Votivkirche besetzten, verlangten Gespräche mit Kardinal Schönborn.

Wien - Die Wiener Votivkirche ist am Sonntag neuerlich von protestierenden Flüchtlingen besetzt worden. Wie ein Aktivist der APA mitteilte, waren 25 Flüchtlinge aus dem Servitenkloster in die Kirche gegangen und verlangten Gespräche mit Kardinal Schönborn.

Die Polizei räumte die Kirche wenig später am Sonntagnachmittag. Zuvor hatten die Flüchtlinge es abgelehnt, die Kirche freiwillig zu verlassen. Die Räumung erfolgte ruhig und ohne Zwischenfälle.

Vor der Räumung hatte ein Polizeivertreter den 27 Personen in der Kirche - etwa 17 Flüchtlinge und zehn Unterstützer - die Räumungsverordnung verlesen. Die Erzdiözese Wien hatte die Polizei um Räumung ersucht.

In der Kirche erfolgte laut Polizei Identitätsfeststellung der Flüchtlinge sowie der Unterstützer, danach verließen die Flüchtlinge einzeln die Kirche. Eine Aktivistin wurde von Polizeibeamten aus dem Gotteshaus hinaus getragen. Schubhaft wurde über keinen der Flüchtlinge verhängt, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der APA.

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Vertreter der Flüchtlinge erklärten gegenüber den Medien, sie seien in der Früh aus dem Servitenkloster in die Kirche gegangen, nachdem Zivilpolizei im Kloster Kontrollen durchführen wollte. Sie erklärten, das Vertrauen in Caritas und Kirche verloren zu haben und kündigten weitere Aktionen an – ohne diese zu konkretisieren. Einer der Flüchtlinge betonte, dass eine Rückkehr in deren Heimatland Pakistan aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei.

Die Erzdiözese Wien begründete ihr Gesuch zur Räumung an die Polizei damit, dass es keinen Sinn habe, derartige Verzweiflungshandlungen ewig aufrecht zu erhalten. Ein Sprecher der Erzdiözese bezeichnete das Vorgehen der Flüchtlinge als einen „Akt der Verzweiflung“. Im Unterschied zur Besetzung im Winter würde jetzt aber eine andere Situation bestehen. Die Kirche könne den Flüchtlingen jenen Schutz, den sie sich wünschen, nicht bieten. Der Sprecher verwies auch darauf, dass die Betroffenen ja im Servitenkloster eine Unterkunft haben. Außerdem gab es zu bedenken, dass man die Situation der Pfarrgemeinde berücksichtigen habe müssen.

Ob die Besetzung durch die Flüchtlinge strafrechtliche Konsequenzen für die Akteure haben wird, konnte die Polizei vor Ort nicht beantworten. (APA)


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