Mehr Exzellenz soll Singles und Ältere in Alpen locken

Exzellente Produkte und mehr Emotion sollen den Alpentourismus künftig anschieben. Tirols Angebote sollen komfortabler und professioneller werden.

Von Nina Werlberger

Chamonix-Mont-Blanc –Mehr Leidenschaft, mehr Exzellenz, mehr Emotionen: Markenexperte Christoph Engl hat beim theAlps-Symposium im französischen Chamonix Rezepte geliefert, um die Alpen wieder stärker zu einem Mythos zu machen – und damit anziehender für Gäste. „Marketing ist ein Kampf um Aufmerksamkeit, nicht um die Wahrheit. Mythen haben mit der Realität nichts zu tun“, warnte er. Schöne Bilder zu transportieren, das allein sei zu wenig. Die Menschen müssten stärker auf der emotionalen Ebene abgeholt werden. „Es geht nicht darum, was der Kunde will, sondern wovon er träumt“, betonte Engl, der früher die Südtirol Marketing Gesellschaft leitete. Nötig sei, hochqualitative Produkte zu liefern – und das mit viel Exzellenz.

Tirol-Werbung-Chef Josef Margreiter forderte in Chamonix dazu auf, noch mehr als bisher auf Convenience zu setzen. Die Menschen wollten bequem auf die Berge kommen – nicht unbedingt nur, um dort Ski zu fahren. Auch Wandern in den winterlichen Alpen sei ein Zukunftsthema. Zudem soll der „Winter-Entspannungsurlauber“ stärker adressiert werden – Wellness im Winter sei ein Wachstumsthema. Auch Programme, die Menschen „zurück in den Schnee“ brächten, gelte es zu stärken.

Neue Märkte aus Südamerika und Asien brächten es indes mit sich, dass die Touristiker auf neue Bedürfnisse reagieren müssten, meinte Margreiter. Professionalität sei gefragt und eine weitere Verstärkung der Tourismus-Ausbildung nötig – auch in den Tiroler Tälern. „Wir haben vier Tourismusschulen und eine Tourismusuniversität im Land, aber das ist nicht genug“, sagte Margreiter.

Der Tirol-Werber und sein Pendant aus der Region Rhône-Alpes, Gastgeber Marc Béchet, orteten mehrere große Urlaubstrends bis zum Jahr 2025: Mehr Singles und mehr Ältere werden kommen. Dafür nehme die Zahl der Familien, Gruppen und Jungen ab, die in die Alpen reisen werden. Darauf gelte es zu reagieren. Und: „Wir müssen professioneller werden bei den Online-Buchungssystemen“, sagte Margreiter. Bis zu 40 Prozent der Gäste würden bis 2025 über das Internet buchen, nur noch 30 bis 40 Prozent auf klassischen Wegen.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren


Schlagworte