Südkorea drängt Nordkorea zur Wiederaufnahme der Familientreffen

Pjöngjang hatte die Treffen überraschend auf unbestimmte Zeit verschoben. Nordkorea testet offenbar erneut Langstreckenrakete.

Seoul/Pjöngjang - Südkorea drängt weiter auf einen Termin für die Zusammenführung nord- und südkoreanischer Familien. Die Entscheidung Pjöngjangs, die Treffen auf unbestimmte Zeit zu verschieben, habe die ausgewählten Teilnehmer „tief enttäuscht und verletzt“, teilte das Ministerium für Wiedervereinigung in Seoul am Montag mit. Nordkorea solle einem Wiedersehen der Angehörigen so bald wie möglich zustimmen, um das Leiden der getrennten Familien zu lindern.

Pjöngjang hatte das Treffen am Samstag überraschend abgesagt. Die Regierung warf dem Süden „Feindseligkeit und Beschimpfungen“ vor. Erst vor wenigen Wochen hatten sich beide Länder auf die Wiederaufnahme der Familienzusammenführungen geeinigt. Das Programm aus dem Jahr 2000, in dessen Rahmen bisher Tausende Menschen kurzzeitig ihre Verwandten besuchen konnten, sollte Ende September nach dreijähriger Pause wieder aufgenommen werden.

Derzeit stehen etwa 72.000 Südkoreaner auf einer offiziellen Warteliste und hoffen, ihre Familienmitglieder im Norden besuchen zu dürfen. Die Hälfte von ihnen ist bereits über 80 Jahre alt. Zuletzt hatte es im Jahr 2010 Familienzusammenführungen gegeben, die stets sehr emotional abliefen. Unter Aufsicht des Roten Kreuzes trafen sich Verwandte, die seit dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 auf verschiedenen Seiten der innerkoreanischen Grenze leben.

Rakete im August abgefeuert

Unterdessen hat Nordkorea offenbar erneut eine Langstreckenrakete getestet. Nach Angaben des US-Korea-Instituts der Johns Hopkins Universität wurde die Rakete vom Raumfahrtzentrum Sohae im Nordwesten des Landes abgeschossen. Der Test habe zwischen dem 25. und 30. August stattgefunden. Der Test einer Unha-3-Rakete im vergangenen Dezember war vom Westen scharf kritisiert und als Verstoß gegen UN-Resolutionen gewertet worden. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte daraufhin die Sanktionen gegen Nordkorea. (APA/AFP)


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