Als Favorit zum Cup-Titelverteidiger

Der FC Wacker gastiert heute in der zweiten Hauptrunde des ÖFB-Pokals selbstbewusst, aber mit dem nötigen Respekt ab 20.25 Uhr beim FC Pasching. Im Tor steht Schober, vorne sollen Vuleta und Jevtic wirbeln.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Als deklarierter Favorit zum regierenden ÖFB-Pokalsieger – kein Schmäh, die Rede ist wirklich vom FC Wacker Innsbruck. Denn die Schwarzgrünen gastieren heute ab 20.25 Uhr (live ORF Sport+) in der zweiten Hauptrunde des ÖFB-Samsung-Pokals beim drittklassigen FC Pasching. Was auf dem Papier wie eine Pflichtaufgabe erscheint, wird sich als harte Prüfung erweisen. Denn der Tabellenzweite der Regionalliga Mitte – punktegleich mit dem LASK – schnupperte als österreichischer Pokalsieger mit den zwei verlorenen Europa-League-Qualifikationsspielen gegen Estoril Praia in dieser Saison bereits internationale Fußballluft und verkauft sich wider Erwarten recht ordentlich.

„Stimmt alles. Aber wir sind der FC Wacker und wollen natürlich auch heute unser Spiel aufziehen“, erklärte Roland Kirchler vor dem gestrigen Abschlusstraining. Von Hoch- bzw. Übermut allerdings keine Spur, ganz im Gegenteil! „Steht uns auch wirklich nicht zu. Wir gehen mit dem nötigen Respekt und voller Konzentration in das Spiel. Schließlich hat Pasching letztes Jahr Rapid, Salzburg und die Austria im Pokal geschlagen“, warnt der Wacker-Coach vor den Qualitäten seines Ex-Klubs – von 2003 bis 2005 bestritt Kirchler 61 Meisterschaftsspiele für den damaligen Bundesligisten.

Wir wären ganz schlecht beraten, würden wir von der ersten Minute an nicht hellwach sein. Diese Pokalpartie müssen wir wie eine Meisterschaftspartie angehen.
Sebastian Siller, Wacker-Verteidiger

Wie ernst die Aufgabe genommen wird, beweist die Spionagereise von Flo Klausner, der die Oberösterreicher beim 2:1-Erfolg gegen die Wolfsberg-Amateure unter die Lupe nahm. „Drittklassig ist diese Mannschaft sicher nicht. Das hat mit einem Regionalligateam nichts zu tun. Eine reine Profitruppe, die im oberen Drittel der Ersten Liga mithalten kann“, lautet die Einschätzung des Wacker-Cotrainers, der die Paschinger „stabil in der Defensive und stark beim Umschalten zu Konterstößen“ sah. Seiner Mannschaft legte er zudem eine ganz besondere Warnung ans Herz: „Bei Standards sind sie nicht gefährlich, sondern brandgefährlich.“ Damit verweist Klausner auf Freistoßspezialist Daniel Sobkova, der mit seinen angeschnittenen Flanken meist den Kopf einiger seiner Riesen – zum Beispiel Davorin Kablar – findet. Gerade bei solchen Prüfungen waren die Schwarzgrünen zuletzt in der Meisterschaft alles andere als sattelfest. Im Tor steht mit Hans-Peter Berger zudem ein erfahrener und sicherer Rückhalt. Trainiert werden die Paschinger von Ex-ÖFB-Teamspieler Martin Hiden, der den zu St. Pölten abgewanderten Gerald Baumgartner ersetzt.

„Wir wären ganz schlecht beraten, würden wir von der ersten Minute an nicht hellwach sein. Diese Pokalpartie müssen wir wie eine Meisterschaftspartie angehen“, erklärt Wacker-Verteidiger Sebastian Siller, der heute wieder an der Seite von Stipe Vucur im Zentrum verteidigt. In der Tiroler Offensive stellt Kirchler um. Die beiden FC-Basel-Leihgaben Stjepan Vuleta und Darko Jevtic sollen gemeinsam von Beginn an stürmen. „Vuleta soll auch einmal Spielpraxis über 90 Minuten sammeln“, so Kirchler, der die Kaderzusammenstellung genau überdenken musste: „Wir dürfen im Cup nur 14 Feldspieler mitnehmen. Daher brauche ich den ein oder anderen Universalspieler auf der Bank.“ Durchaus möglich, dass sowohl Roman Wallner als auch Lukas Hinterseer eine Pause gegönnt wird. Im Wacker-Tor steht so wie beim souveränen 4:1-Pokalauftakt in Allerheiligen Wolfgang Schober. Standardgoalie Szabolcs Sáfár sitzt auf der Bank. „Der Cup ist eine Sache für Schober, da hab’ ich keinerlei Bedenken“, so Kirchler.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Paschinger Waldstadion – da war doch was? Rückblick auf den 28. Mai 2010. Zum Saison-Abschluss der Adeg-Erste-Liga musste der FC Wacker eben in der Nähe von Linz gegen die Red Bull Juniors unbedingt gewinnen, um den Aufstieg in die Erstklassigkeit zu schaffen. Marcel Schreter, seit Sommer wieder in der Ersten Liga bei Austria Lustenau, sorgte mit einem Doppelpack im mit Tiroler Fans prall gefüllten Waldstadion für schwarzgrüne Fußball-Herrlichkeit. Die Unterstützung der Fans wird sich heute zwar im bescheidenden Rahmen halten, aber ein gutes Omen ist der Blick in die Vergangenheit vor der heutigen ÖFB-Pokalhürde für den FC Wacker allemal.


Kommentieren


Schlagworte