Opel haut aktiv weniger in die Tasten

Nach fünf Jahren Marktpräsenz erhält das Mittelklassemodell Insignia einen beeindruckenden Feinschliff: leichte Korrekturen außen, moderate Veränderungen unter der Motorhaube, eine Revolution im Innenraum.

Dem markanten seitlichen Karosserieeinschnitt in der Flanke des Insignia hält Opel weiterhin die Treue, das betagte Infotainmentsystem musste einem modernen Touchscreen und übersichtlicher Bedienung weichen.Fotos: Hersteller

Frankfurt, Innsbruck –Mit frischem Wind kennen sich die Rüsselsheimer aus. Vor fünf Jahren, mitten in der Finanzkrise, startete Opel mit dem Vectra-Nachfolger Insignia. Der brach nicht nur mit der Bezeichnung des Vorgängers, sondern auch mit dem Design. Die Bügelfalte in der Motorhaube und die markanten Sicken in der Seite zeugten von einer gelungenen Formensprache, die von ihrer Ästhetik bis heute nichts an Glanz verloren hat. Entsprechend wenig musste die GM-Tochter im Rahmen des Facelifts der drei bekannten Karosserievarianten (Viertürer, Fünftürer, Sports Tourer) ändern. Den Kühlergrill haben die Verantwortlichen modifiziert, die Scheinwerfer und die Heckansicht ebenso. Aber mehr Zeit und Energie mussten die Beschäftigten in das Ausmerzen von zwei Kritikpunkten investieren, die Opel seit geraumer Zeit begleiten: das Motorenportfolio und die Mittelkonsole. Das erstgenannte befände sich im Rückstand gegenüber dem Mitbewerb, das zweitgenannte sei zu unübersichtlich, hieß es des Öfteren.

Verständlich ist daher die im Frühjahr von Opel lancierte Triebwerksoffensive. Von neuen Aggregaten profitiert folglich der adaptierte Insignia. Völlig neu sind zwei Benzintriebwerke mit Turbolader und Direkteinspritzung, die 170 und 250 PS leisten. Der schwächere – der 1.6 SIDI (Spark Ignition Direct Injection) – stemmt 260 Newtonmeter maximales Drehmoment, im Overboost-Modus sind es kurzzeitig 280 Nm. Der 2.0 SIDI entwickelt sogar 400 Nm Drehmoment. Beide Aggregate zeichnen sich durch ergiebige Kraftentfaltung und gebotene Laufruhe aus, der stärkere Benziner ist mit Allradantrieb versehen. In Kombination mit einem Sechsgang-Handschalter gibt es die Triebwerke mit Start-Stopp-Automatik. Diese Technik ist zudem im neuen 2.0 CDTI zu finden, einem optimierten Turbodiesel, der 140 PS leistet und lediglich 3,7 Liter Treibstoff je 100 Kilometer benötigt, sofern er den Vier- bzw. Fünftürer antreibt (CO2-Emissionen: 99 g/km). Der Kombi Sports Tourer verlangt 0,2 Liter mehr Kraftstoff.

Weitere Insignia-Motoren sind der 1.4 Turbo mit 140 PS, drei Zweiliter-Turbodiesel mit 120, 130 und 163 PS sowie ein Biturbodiesel mit 195 PS. Nicht fehlen darf in dieser Auflistung das sportliche Topmodell OPC mit 325 PS, geleistet von einem 2,8-Liter-V6-Turbobenziner.

Dem Nachholbedarf beim Multimediasystem hat Opel Rechnung getragen: Die vielen Tasten auf der Mittelkonsole sind verschwunden, ein Acht-Zoll-Touchscreen ersetzt die bisherige Anzeige. Die hochauflösende Darstellung ist zeitgemäß, das Bedienkonzept gleichermaßen: Abseits der Bildschirmberührung lässt sich die Infotainmentabteilung via Tasteneingabe, Sprachbefehl, Touchpad und Lenkradtasten dirigieren. Am Sitzkomfort und den Langstreckenqualitäten des Insignia gab es schon in den vergangenen fünf Jahren nichts zu rütteln, wie 600.000 verkaufte Einheiten belegen. Den Viertürer bieten die Opel-Händler ab 23.090 Euro an, den Fünftürer ab 23.190 Euro, den Sports Tourer ab 24.290 Euro (jeweils Aktionspreis), natürlich in der Basisausstattung. Aufpreisfrei ist der frische Wind, der auch mit dem überarbeiteten Insignia weht.

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