Rasch handeln, weil „Zeit ist Gehirn“

Schlaganfälle werden Thema der Zukunft werden, hieß es beim Welt-Neurologenkongress in Wien.

Wien –Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs werden oft als die größten Gesundheitsgefahren gesehen. Doch: „Die Gesundheit des Gehirns ist für die Gesundheit insgesamt von überragender Bedeutung“, betonte der Präsident des Weltverbands der Neurologie, Vladimir Hachinski, beim Welt-Neurologenkongress in Wien (bis 26. September).

600.000 Menschen erleiden in Europa pro Jahr einen Schlaganfall. In Österreich sind das 24.000 Patienten, noch viel mehr Menschen haben „stumme“ Hirninsulte. „Jeder Schlaganfall ist ein Versagen der Prävention“, so Hachinski. Die allermeisten dieser Akutereignisse sind durch gut behandelbaren Bluthochdruck, Cholesterin, Rauchen und mangelnde körperliche Aktivität bedingt.

Kommt es zu einem Schlaganfall, ist sofortiges Handeln und Therapie zur Wiederherstellung der Blut- und damit Sauerstoffzufuhr für die betroffenen Gehirnareale gefragt. Hier hat die Thrombolyse, die Auflösung von Blutgerinnseln per Medikament, die Situation in den vergangenen 20 Jahren revolutionär umgestaltet. 1979 wurde der erste Patient auf diese Weise behandelt.

„Zeit ist Gehirn. In den ersten 90 Minuten nach dem Schlaganfall werden bei der Hälfte der Patienten exzellente Erfolge verzeichnet, in den zweiten 90 Minuten bei 30 Prozent“, sagt Werner Hacke von der Uni Heidelberg. Das zur Verfügung stehende „Zeitfenster“ sei mittlerweile von drei auf viereinhalb Stunden ausgedehnt worden. (APA)


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