Die Jugend ist konservativer als gedacht

Was in den Köpfen der Jugendlichen Österreichs herumspukt, wurde in einer großen Umfrage erhoben. Die Ergebnisse: Die 14- bis 29-Jährigen besinnen sich stark auf bodenständige Werte.

Von Irene Rapp

Innsbruck – Politik. Sorgen und Träume. Musik. Das waren die Themenbereiche, aus denen 2500 Jugendliche und junge Erwachsene (14 bis 29 Jahre) mit Fragen konfrontiert wurden. Bereits zum dritten Mal wollten die Eventmarketing-Agentur DocLX und Marketagent.com wissen, wie Österreichs Jugendliche ticken – Vergleichsmöglichkeiten gibt es allerdings keine, weil alljährlich andere Themen abgefragt werden.

Die druckfrisch vorliegenden Ergebnisse der aktuellen Umfrage liefern jedoch einige bemerkenswerte Punkte. So gaben 83,3 Prozent der Befragten an, den Leistungsdruck als sehr hoch bzw. eher hoch zu empfinden. Weitere 73,8 Prozent waren zudem der Meinung, dass die Anforderungen an die heutige Jugend viel bzw. etwas größer seien als noch zu Zeiten ihrer Eltern. „Dass der Leistungsdruck als so brutal hoch eingestuft wurde, ist besorgniserregend“, kommentiert Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com diesen Punkt.

Das Elternhaus sei für dieses Gefühl allerdings am wenigsten verantwortlich. Einen möglichen anderen Grund glaubt Schwabl zu kennen: „Die ständige Erreichbarkeit via Smartphone, der Infofluss der modernen Gesellschaft – all das kann in diesen Punkt hineingespielt haben bzw. wissen wir aus anderen Umfragen, dass das die Jugendlichen belastet.“ Ebenfalls interessant: Von Null-Bock-Generation kann keine Rede sein – im Gegenteil. Am wichtigsten für die Jugendlichen sind demnach finanzielle Unabhängigkeit, ein Job und die Karriere. Gleichzeitig spielt das Privatleben eine sehr große Rolle.

Befragt nach drei Wünschen, die in Erfüllung gehen würden, nannten die Jugendlichen Gesundheit (31,8 Prozent), Geld (25,7 Prozent) sowie Familie

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Mann, Frau und Kinder (15,7 Prozent). „Ihre größten Träume sind sehr bodenständig, das hat mich doch sehr überrascht“, so Schwabl über die Wertewelt der Jungen.

Nur in einem Punkt zweifelt er die Glaubwürdigkeit der Jugendlichen an. „Wenn 76,7 Prozent anführen, zur Nationalratswahl am Sonntag gehen zu wollen, dann spielt da die soziale Erwünschtheit an sie eine große Rolle.“


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