Lösung für Internatsschüler

Ein Koppeln der Tiroler SchulPlus-Card mit einem ÖBB-Ticket ist nun doch möglich. VVT und ÖBB besiegelten Erleichterung für Schüler, die nach Saalfelden pendeln.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Es darf gestückelt werden – die Unsicherheit bei der Anreise zur Schule nach Saalfelden hat für Internatsschüler aus Tirol ein Ende. Der Verkehrsverbund Tirol (VVT) und die ÖBB sind sich bei Verhandlungen einig geworden. „Künftig können alle Schülerinnen und Schüler, die ein SchulPlus-Ticket besitzen, ein ÖBB-Einzel-Ticket für die Fahrt über das VVT-Tarifgebiet hinaus hinzukaufen. Das ÖBB-Ticket gilt dann ab der letzten bedienten Haltestelle in Tirol“, sagt VVT-GF Jörg Angerer.

Davon betroffen sind Schüler aus Tirol, die in Saalfelden zur Schule gehen und dort im Internat wohnen. Sie sind von der Schülerfreifahrt ausgenommen. Mit der SchulPlus-Card hatten ihre Eltern auf eine finanzielle Erleichterung für die Fahrt zur Schule gehofft. Doch das Aneinanderreihen des Tiroler SchulPlus-Tickets und der Super-s’Cool-Card in Salzburg ist nicht möglich, die TT berichtete.

Die Aneinanderreihung der beiden Verbundkarten ist auch nach der Einigung weiterhin nicht erlaubt. Es ist aber möglich, ab Hochfilzen ein ÖBB-Einzelticket bis Saalfelden zu lösen, und zwar schon vor der Zugfahrt am Abreisebahnhof, ohne dass die Schüler in Hochfilzen nochmal aussteigen müssen.

„Der öffentliche Verkehr soll so preiswert und so unkompliziert wie möglich für die Kundinnen und Kunden sein. Deswegen bin ich froh, dass die Verkehrsbetriebe rasch eine gute Lösung ausverhandelt haben“, sagt Mobilitäts-Landesrätin LHStv. Ingrid Felipe. Auch die Eltern sind zufrieden. „Ich bin sehr froh über diese Lösung“, sagt Manfred Bachmann aus Kitzbühel, er ist ein betroffener Vater.

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Aber die Zufriedenheit ist nicht uneingeschränkt. „Jede Lösung ist besser, als es bisher war, aber jetzt ist es wieder ein Stückwerk“, sagt Westendorfs Bürgermeister Anton Margreiter, ebenfalls Vater einer Internatsschülerin. Für ihn wäre es am besten gewesen, wenn die beiden Verbundkarten koppelbar wären. „Dann hätten beide Verbünde jeweils 96 Euro verdient und die Kinder müssten nicht immer zum Schalter und die Eltern müssten nicht im Nachhinein die Fahrtkosten vom Finanzamt zurückfordern“, sagt Margreiter. Er hofft nach wie vor auf eine verbesserte Lösung.

Für Internatsschüler hat das Bundesministerium für Finanzen (BMF) die Schulfahrtbeihilfe vorgesehen. Im Nachhinein können die gelösten Tickets für die Fahrt zum Internat beim Wohnsitzfinanzamt eingereicht werden. Diese Schulfahrtbeihilfe kann trotz der Einigung weiterhin für anfallende Ausgaben beantragt werden.

Auch die vier Schulen in Saalfelden hatten sich für eine Entschärfung des Problems starkgemacht. So hatte HTL-Direktor Franz Höller sich bei LHStv. Felipe für eine Verbesserung eingesetzt.

Höller sieht wie viele Eltern eine Ungleichbehandlung der Tiroler Schüler mit jenen aus anderen Bundesländern. Denn Schüler aus der Steiermark, die ebenfalls in Salzburg zur Schule gehen, können die beiden in den jeweiligen Bundesländern angebotenen SchulPlus-Tickets sehr wohl miteinander verbinden. „Hier sind die Politik und der VVT in Tirol gefordert, im Sinne der Schüler und Eltern nachzuverhandeln“, sagt Margreiter. Ein Koppeln der SchulPlus-Tickets ist nur in den Bundesländern Tirol und Kärnten nicht möglich.


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