Heuer bisher weniger Pleiten, Alpine verzerrt Statistik

Zwar gab es heuer bisher insgesamt weniger Insolvenzen, im Schnitt waren jedoch mehr Mitarbeiter betroffen. Auch im Gesamtjahr ist ein Rückgang der Insolvenzen zu erwarten.

Wien - Heuer hat es große Insolvenzen bekannter Firmen gegeben, von der Alpine Bau angefangen über dayli bis Niedermeyer. Obwohl das Thema dadurch sehr präsent ist, wurden in den ersten neun Monaten weniger Firmen zahlungsunfähig als in der Vorjahresperiode. Allerdings waren mehr Mitarbeiter betroffen und die Insolvenzverbindlichkeiten stiegen, zeigt die heute Dienstag veröffentlichte Hochrechnung des Kreditschutzverband (KSV) von 1870 für die ersten drei Quartale.

Insgesamt gab es heuer in drei Quartalen 4.059 zahlungsunfähige Firmen, um 8,9 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode (4.456). Davon wurden in 2.405 Fällen Verfahren eröffnet, um 7,7 Prozent weniger als 2012 (2.606). Mangels Vermögens wurden die restlichen 1.654 Verfahren (Vorjahr: 1.850) nicht eröffnet. Das sei der niedrigste Wert seit 2001.

Die Insolvenzverbindlichkeiten stiegen von 2,2 Mrd. Euro auf den Rekordwert von 5,7 Mrd. Euro - davon alleine für die Alpine 3,5 Mrd. Euro, also genau die Differenz zwischen den beiden Jahren. Wobei der KSV daran erinnert, dass der tatsächliche Verlust wesentlich niedriger ausfällt als die Verbindlichkeiten.

Rückgang bei Privatkonkursen

Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter stieg im Jahresvergleich von 15.700 auf 27.200 um 73,2 Prozent, die Alpine schlug hier mit 4.900 Betroffenen zu Buche. Es hätte also auch ohne diese außergewöhnliche Großinsolvenz einen Anstieg gegeben. Für KSV-Experten Hans-Georg Kantner ist die Alpine-Insolvenz auf Managementfehler zurückzuführen, dennoch dürfe man nicht den Schluss ziehen, es sei alles im Grünen Bereich. Grundsätzlich habe sich aber die Politik der 1990er Jahre mit Entstaatlichung, Deregulierung und Beitritt zum großen europäischen Wirtschaftsraum als richtig erwiesen.

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Auch bei Privatkonkursen gab es heuer bisher im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres einen Rückgang. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren fiel um 5,1 Prozent von 7.257 auf 6.888, die Verbindlichkeiten um 8,3 Prozent von 915 Mio. Euro auf 839 Mio. Euro. Nur im Burgenland und in Salzburg gab es mehr Fälle als im Vorjahr - dafür aber weniger Verbindlichkeiten. In Vorarlberg und Tirol sind dafür die Verbindlichkeiten gestiegen, obwohl es weniger Fälle gab.

In Summe werde es 2013 wohl „spürbar“ weniger Insolvenzen geben als 2012, allerdings würden die Rekorde bei Schulden und Dienstnehmern bleiben, erwartet Kantner. Die größte Insolvenz des Jahres ist Alpine mit vom KSV geschätzten Verbindlichkeiten von 3,5 Mrd. Euro, gefolgt von der Jetalliance Gruppe (107,1 Mio. Euro), dayli (67,4 Mio.), Doubrava Maschinenbau (45,7 Mio.) und Niedermeyer (35 Mio.). (APA)


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