Heuer bereits 292 Tiroler Firmen pleite

Trotz spektakulärer Großpleiten sank die Zahl an Insolvenzen in Österreich seit Jahresbeginn. In Tirol gab es aber ein leichtes Plus.

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Wien, Innsbruck –Von Alpine über Dayli bis Niedermeyer: Trotz dieser Großpleiten wurden heuer in den ersten neun Monaten in Summe weniger Firmen zahlungsunfähig als im Vorjahreszeitraum. Allerdings waren mehr Mitarbeiter betroffen und die Verbindlichkeiten stiegen. Das zeigt eine Hochrechnung des Kreditschutzverbandes (KSV) von 1870. Insgesamt gab es seit Jänner bislang 4059 zahlungsunfähige Firmen – ein Minus von 8,9 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit zwölf Jahren, teilte der KSV mit.

Allerdings stiegen die Verbindlichkeiten von 2,2 Mrd. Euro auf den Rekordwert von 5,7 Mrd. Euro – davon entfallen jedoch alleine auf die Alpine 3,5 Mrd. Euro.

Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter schnellte im Jahresvergleich von 15.700 auf 27.200 um 73,2 Prozent in die Höhe. Hier schlug die Alpine mit 4900 Betroffenen zu Buche. Es hätte also auch ohne diese Großinsolvenz einen Anstieg gegeben.

In Tirol ist die Zahl der eröffneten Insolvenzen hingegen leicht gestiegen. 292 Unternehmen gingen seit Jänner pleite, im Vorjahreszeitraum waren es 288. Insgesamt wurde ein Schuldenberg von 121 Mio. Euro angehäuft – deutlich mehr als im Jahr zuvor mit 82 Mio. Euro. Die heuer mit Abstand größte Tiroler Insolvenz ist jene des Autohofs Kufstein mit Passiva in Höhe von 27,2 Mio. Euro. Der KSV relativiert die Pleitezahlen allerdings: Die angefallenen Insolvenzen seien „fast ident“, die Insolvenz­entwicklung sei „sehr stabil auf niedrigem Niveau“.

Die meisten Firmen gingen heuer bundesweit in der Bauwirtschaft in Konkurs, gefolgt von Dienstleistern und Firmen aus dem Gastgewerbe. Letzteres führt in Tirol mit 51 Fällen die Pleitestatistik an.

Bei den Privatkonkursen gab es in Tirol heuer bislang 510 Fälle, fast gleich viele wie im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten legten allerdings zu. Bundesweit gab es bei den privaten Pleiten einen Rückgang. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren fiel um 5,1 Prozent auf 6888 Fälle. (wer, APA)


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