Kein Ring für Kelly Clarkson: Schmuck von Jane Austen bleibt in England

Die amerikanische Sängerin wollte sich so gern den Ring der englischen Schriftstellerin an den Finger stecken. Doch das britische Kultusministerium hatte etwas dagegen, und ein Museum kaufte das Schmuckstück nun zurück.

London – In der ganzen - oder zumindest britischen - Welt gilt es als ausgemachte Wahrheit, dass etwas, das einst Jane Austen gehörte, Großbritannien auf keinen Fall verlassen darf. Frei nach dem ersten Satz aus „Stolz und Vorurteil“ könnte dieser Gedanke derzeit Kelly Clarkson durch den Kopf gehen. Denn bereits zum zweiten Mal wurde ihr die Ausfuhr eines Stücks aus dem Besitz der britischen Schriftstellerin verweigert. Stattdessen kaufte nun das „Jane Austen‘s House Museum“ das Schmuckstück zurück.

Doch von vorne: Kelly Clarkson liebt Jane Austen und ihre Bücher. So sehr, dass sie im vergangenen Jahr bei Sotheby‘s unbedingt einen Ring aus dem Besitz der vor fast 200 Jahren verstorbenen Autorin ersteigern wollte. Jane Austen hatte das Schmuckstück ihrer Schwester Cassandra vererbt. Diese schenkte ihn dann ihrer Schwägerin zur Verlobung. Danach blieb der Ring in Familienbesitz. Der Wert des goldenen Schmuckstücks mit einem schlichten Türkis wurde vor der Versteigerung auf 30.000 Pfund festgesetzt. Die US-Sängerin stach laut der britischen Zeitung „Daily Mail“ sieben Mitbieter aus und blätterte am Ende 152.450 Pfund (rund 180.500 Euro) hin.

Doch kaum wollte Clarkson den Ring zu sich in die USA holen, schaltete sich die Regierung ein: Anfang August belegte das britische Kultusministerium den Ring mit einem befristeten Ausfuhrverbot. „Jane Austens bescheidener Lebensstil und ihr früher Tod machen Dinge, die in irgendeinerweise einen direkten Bezug zu ihr haben, zu etwas sehr Seltenem. Ich hoffe, dass sich ein britischer Käufer findet, damit dieser schlichte und doch elegante Ring für die ganze Nation erhalten werden kann“, begründete Kultusminister Ed Vaizey seine Entscheidung. Bis 30. September sollte die Frist laufen, um das Geld aufzubringen.

Knapp sechs Wochen später hatte es das „Jane Austen‘s House Museum“ geschafft: „Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass unsere Spendenkampagne zum Rückkauf des Rings, der einst Jane Austen gehörte, erfolgreich war“, ist nun auf der Homepage des Hauses in der englischen Grafschaft Hampshire zu lesen. Übrigens das Haus, in dem die Schriftstellerin die letzten acht Jahre ihres Lebens verbrachte. Ein anonymer Spender gab 100.000 Pfund, die restlichen 50.000 Pfund kamen von Jane-Austen-Fans aus der ganzen Welt. „Wir sind überrascht und dankbar von der Großzügigkeit“, sagte Kuratorin Mary Guyatt gegenüber der Zeitung „The Guardian“.

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Kelly Clarkson nahm das Angebot an und zeigte sich nicht allzu enttäuscht, dass sie nun weiter statt des Originals nur eine Kopie des Rings tragen wird: „Der Ring ist ein wunderschönes nationales Kulturgut. Es macht mich glücklich zu wissen, dass unzählige Jane Austen Fans ihn nun sehen können“, ließ die Sängerin in einem Statement wissen.

Ob die erste Gewinnerin der Talentshow „American Idol“ jemals wieder versuchen wird, ein Erinnerungsstück von Jane Austen zu bekommen, darf bezweifelt werden. Denn wie die „Daily Mail“ berichtet, stieß Clarkson schon einmal auf das gleiche Problem: Sie hatte eine Erstausgabe von „Persuasion“ („Verführung“) gekauft. Doch als die 31-Jährige das Buch zu sich nach Texas holen wollte, kam die Enttäuschung: „Wir haben eine Ausfuhrgenehmigung beantragt, aber ich kann es nicht aus Großbritannien bringen, weil es zu einem nationalen Kulturgut ernannt wurde“, wird sie von der Zeitung zitiert. (smo)


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