„Von der Quote können die Dancing-Stars nur träumen“

Die grüne Parteichefin Eva Glawischnig freut sich über das Interesse an den TV-Duellen. In Wörgl riefen die Grünen zum Wahlkampffinale.

Von Anita Heubacher

Wörgl –Für David und Valentina aus dem Kaisertal war gestern klar, warum sie nach Wörgl gekommen sind: „Wir wollen was Gutes essen und Eva schauen.“ Reden mit der Spitzenkandidatin Eva Gla­wisch­nig war das Rezept im grünen Wahlkampf. „Wir haben auf Ansprachen verzichtet und sind sehr niederschwellig unterwegs“, erklärt Glawischnig gegenüber der TT. In der Wörgler Bahnhofstraße hörte sich die grüne Frontfrau die Sorgen der Tiroler an – von der Pflege bis hin zum Lehrerdienstrecht. „Lass die Gymnasien Gymnasien sein“, meinte ein Lehrer-Ehepaar in Richtung Glawischnig. Diese tourte mit ihrem Bus durch ganz Österreich. Die Stimmung sei gut, das Interesse an Politik da. Das sehe man auch an den Quoten im TV. „Dennoch habe ich große Demut vor dem 29. September.“ Schon oft lagen die Grünen in den Umfragen besser als bei der Wahl. Ob sich für Rot-Schwarz noch einmal eine Mehrheit ausgeht, wollte Glawischnig nicht einschätzen.

In Tirol lagen die Grünen bei der letzten Nationalratswahl mit 11 % einen Prozentpunkt vor der Bundespartei. Dieses Mal sollen es zwei Grundmandate werden. Damit würden der langjährige Klubobmann Georg Willi und die Telfer Juristin Aygül Berîvan Aslan in den Nationalrat einziehen. „Ich bin eine moderne linke Frau und ich musste vielen Grünen erklären, warum es gut ist, dass wir in Tirol mitregieren.“ Sie habe einen höheren Erklärungsbedarf als „der aus dem bürgerlichen Lager der Grünen“ kommende Georg Willi. Das Feedback sei positiv, meint dieser. Anders dürfte es in Osttirol sein. Dort habe das Aus für den Direktzug den Grünen viel Kritik eingebracht. Eine grüne Hochburg war Osttirol allerdings noch nie.

Als dritte grüne Tirolerin könnte Sigi Maurer in den Nationalrat einziehen. Die Ex-ÖH-Vorsitzende ist über die Bundesliste abgesichert.


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