Wein steht nun in der Verfassung

Österreichs Wein-Marketing wurde vom Nationalrat einer Reform unterzogen. Winzer müssen künftig einen ernteabhängigen Beitrag zahlen.

Innsbruck –Weinfreunde interessiert vor allem natürlich eine Frage: „Wie wird der aktuelle Jahrgang?“ Willi Klinger, Chef der Österreich Wein Marketing (ÖWM), hatte dazu gestern bei einem Zwischenstopp in Innsbruck gute Nachrichten. „Wir rechnen mit einer Ernte von 240 Millionen Litern, was über dem Durchschnitt liegt.“ Neben der Quantität werde auch die Qualität passen, zeigte sich der Fachmann überzeugt. Mit den Attributen „klassisch österreichisch, frisch und fruchtig“ beschrieb er die zu erwartenden Tropfen heimischer Provenienz.

Klinger zeigte sich auch, was dieser Tage gar nicht so oft vorkommt, zufrieden mit der Politik. Denn in der letzten Sitzung vor der Wahl hat der Nationalrat das Budget der Wein Marketing auf neue Beine gestellt. Weil es dabei um eine Zahlungsverpflichtung ging, wurde sogar ein Verfassungsgesetz mit entsprechend breiter Mehrheit notwendig. Wein steht somit im Verfassungsrang.

Die ÖWM wird nach den Worten ihres Chefs weiterhin „sieben bis neun Millionen Euro zur Verfügung haben“, um den heimischen Rebensaft im In- und Ausland zu promoten. Der Bund werde seinen Beitrag reduzieren, dafür müssten die Produzenten mehr beisteuern. Die Winzer zahlen 1,1 Cent je geerntetem Liter und noch einmal denselben Betrag für das Inverkehrbringen des Weines.

Alexander Gottardi, der Sprecher des Tiroler Weinhandels, unterstrich die Bedeutung der Gastronomie im – immer noch – von Biertrinkern dominierten Tirol. Trotz der nahen Konkurrenz von jenseits des Brenners werde in Tirols Gasthäusern bis zu 65 % heimischer Wein verkauft. Dabei sei das Qualitätsbewusstsein der Gäste enorm gestiegen. Dies schlage sich in entsprechend hochpreisigen Flaschen nieder. (mark)


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