Amtsantritt mit harter Kritik

Heftiger Schlagabtausch um die Kufsteiner Wirtschaftspolitik zwischen Vize Salzburger und Bürgermeister Krumschnabel.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Leerstehende Büros, Betriebe, die aus Kufstein abwandern, schlecht ausgelastete, ohnedies zu rare Gewerbeflächen – der kürzlich neu gewählte Obmann der Stadtorganisation des Kufsteiner Wirtschaftsbundes Vizebürgermeister Richard Salzburger malt kein besonders positives Bild der derzeitigen Situation der Wirtschaft in der Festungsstadt. „Es sind in letzter Zeit viele Firmen in die umliegenden Gemeinden abgewandert“, beklagt sich Salzburger. Empfänger für diese Kritik ist für ihn Bürgermeister Martin Krumschnabel: „Er ist der Motor!“

Für Salzburger sollte auch überlegt werden, ob nicht das Stadtmarketing „mit einem Leerflächenmanagement beauftragt wird. Stadtmarketing muss ja nicht nur Veranstaltungen bedeuten“, sagt Salzburger zur Tiroler Tageszeitung. Eine große Chance stelle auch das ÖBB-Areal am Bahnhof dar. Aber auch hier würde in den Verhandlungen nichts weitergehen. „Wir haben wenige Flächen in der Stadt und die müssen wir daher optimal ausnützen“, sagt Salzburger.

Die Kritik von Salzburger löst erstauntes Kopfschütteln bei Bürgermeister Martin Krumschnabel aus. „Es ist genau das Gegenteil der Fall. Es passiert sehr viel.“ So gebe es bereits Konzepte für die Verwertung des gesamten Bahnhofsareals „von privater und ÖBB-Seite“, sagt Krumschnabel. Ihm sei es auch gelungen, die Zufahrtssituation zum Areal zu klären. Noch weiter­e Indikatoren für eine funktionierende Wirtschaft sieht er darin, „dass derzeit zwei Hotels umgebaut werden und ein neues errichtet wird. Wann hat es das schon in der Geschichte von Kufstein gegeben?“, kontert Krumschnabel. Auch die Einnahmen aus dem Posten Kommunalsteue­r seien alljährlich gestiegen, steuern heuer auf eine neue Rekordhöhe zu, was wiederum zeige, dass die Wirtschaft in Kufstein funktioniere.

Krumschnabel wirft seinerseits dem Wirtschaftsbund vor, keine Vorschläge zu unterbreiten. Und was das Stadtmarketing anbelange, „hat das ja die Volkspartei an sich gerissen. Und da passiert mir viel zu wenig“, ärgert sich Krumschnabel. „Es funktioniert alles, außer das, in dem die ÖVP die Finger drinnen hat“, ätzt der Bürgermeister.


Kommentieren


Schlagworte