Felbertauern-Ersatzstraße: Im Winter sind ortskundige Lkw-Fahrer Bedingung

Im Winter sollen Lkw über 25 Tonnen nur mit Spezialerlaubnis und erfahrenen Lenkern über die Felber-Ersatzstraße dürfen.

Von Catharina Oblasser

Matrei –In wenigen Tagen, nämlich am 30. September, sollte die Ausnahmegenehmigung für den Schwerverkehr über 25 Tonnen auf der Felbertauern-Ersatzstraße auslaufen. Sie erlaubte Firmen aus Anrainerbezirken, mit bis zu 40 Tonnen schweren Fahrzeugen über die steile, teils einspurige Strecke zu fahren. Doch mit der kalten Jahreszeit kommen auch die Schwierigkeiten.

„Angenommen, ein Sattelschlepper verkeilt sich in einer Kurve, weil die Fahrbahn verschneit und rutschig ist, dann wäre das fatal“, schildert der Sachverständige und Baubezirksamtsleiter Harald Haider. „Die Bergung wäre so kompliziert, dass man die Strecke mindestens einen Tag dafür sperren müsste.“ Man dürfe gar nicht zulassen, dass es dazu kommt, meint Haider. „Rein aus fachlicher Sicht wäre es am besten, auf der Ersatzstraße alles über 25 Tonnen zu verbieten. Wir wissen aber, dass das aus wirtschaftlichen Gründen nicht geht.“ Eines stellt Haider jedoch klar: „Es wird massive Einschränkungen geben.“

Bezirkshauptfrau Olga Reisner lud kürzlich zu einer Besprechung in Sachen Tonnagelimit, bei der neben Haider auch Vertreter der Wirtschaftskammer und der Straßen-AG waren. „Die aktuelle Verordnung ist nun bis etwa Mitte Oktober verlängert“, sagt Reisner. Bis dahin wolle man eine für alle tragbare Lösung finden.

Werner Lamprecht von der Wirtschaftskammer Lienz rechnet damit, dass es weiterhin Ausnahmen für einheimische Schwer-Lkw geben wird. „Aber nur, wenn ein gerechtfertigtes Interesse nachgewiesen wird.“ Weitere Bedingungen: ortskundige Chauffeure, Fahrten nur bei Tageslicht. Wirtschaftliche Schäden werden sich dennoch nicht vermeiden lassen, schätzt Lamp­recht. „Nach langjährigen Aufzeichnungen ist das Wetter am Felbertauern an mindestens 100 Wintertagen so, dass Schwerfahrzeuge nicht fahren können.“


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