Tram trifft auch im Westen auf geteilte Meinungen

Die zweite Info-Diskussion zur neuen Regionalbahn ging gestern Abend in Hötting-West über die Bühne. Unverständnis über Peerhöfe-Anschluss.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Weit schneller als der Bau der Regionalbahn selbst rückte gestern die diesbezügliche Informationsreihe von der Stadt und den Verkehrsbetrieben (IVB) nach ihrem Auftakt am Dienstag in Pradl nach Hötting-West ins vollbesetzte Kolpinghaus vor. Auch dort wollen die roten Garnituren noch nicht jedem schmecken. Noch vor Ort wurden Unterschriften gegen das Öffi-Projekt gesammelt.

Und doch hat auch hier die Tram ihre Fangemeinde. „Ich warte schon jahrelang auf sie. Nur mir dauert das alles viel zu lange“, sagte etwa Karl Kufner. Mit dem Auto wolle er einfach nicht in die Stadt fahren. Den vor Jahren aufgelassenen O-Bus habe er geliebt. Weniger die jetzt – für seinen Geschmack zu ruckelnd – verkehrenden Dieselbusse. Im 7,5-Minuten-Takt soll die Straßenbahn in rund vier Jahren die Technik anfahren. Dafür können sich viele der Anwesenden begeistern.

Ungebrochenes Kopfschütteln erntet aber das politisch abgesegnete Vorhaben, die Tram zusätzlich über die Viktor-Franz-Hess-Straße und Teile der Karl-Innerebner-Straße in die Peerhofsiedlung zu führen. Die dortige Steigung von rund acht Prozent sei für die neuen Betriebswägen kein Problem, heißt es von Seiten der IVB. Weder technisch noch lärmmäßig. Vielmehr stößt so manchem Peerhöfler auf, dass die Tram mitten in ihre Siedlung fahren soll. „Wir haben dort eine schöne Wohnstraße, schöne Bäume und ein paar Besucherparkplätze“, ärgert sich Brigitte Mitterer. Sie fürchtet um diese „Wohnqualität. Das wollen sie uns jetzt kaputtmachen.“ Mit dem Bus sei man bislang bestens gefahren, sagt Gudrun Kothbauer, auch seit Jahren in der Peerhofsiedlung ansässig. Von der Einladung zur gestrigen Information habe man zudem auch nur per Zufall erfahren, so der Vorwurf. Politisch vereinnehmen lassen wolle man sich aber nicht. Will doch auch die SPÖ die Trasse in die Peerhöfe – aus Kostengründen – kappen. Stattdessen will man sich gegen die „längst beschlossene Sache“ anderweitig behelfen, sagt Kothbauer: „Wir denken an eine Blockade der Straße.“

Stadtrat Gerhard Fritz (Grüne) konterte und warb für Verständnis: „Es hat schon seine Qualität, mit den Öffis barrierefrei bis vor die Haustüre fahren zu können.“

Viele der gestern Anwesenden interessierten sich aber auch für kleinere Details. Wann beispielsweise die derzeit bereits laufenden Kanalbauarbeiten zu Ende seien. Oder wo die neuen Haltestellen zu liegen kämen. Auf all dies versuchten Politik und IVB befriedigende Antworten zu geben. Einmal mit mehr, einmal mit weniger Erfolg.


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