Vollanschluss für Jenbach rückt näher

Derzeit laufen Studien für einen Autobahnvollanschluss für Jenbach. Asfinag-Chef Klaus Fink gibt sich optimistisch. Die Umbaumaßnahmen beim Anschluss Wiesing stehen inzwischen vor dem Abschluss.

Von Angela Dähling

Wiesing –Sie wollen ins Ziller­tal, zum Achensee oder nach Jenbach – die Zigtausenden Autos, Busse und Lkw, die täglich in den Kreisverkehr bei der Autobahnanschlussstelle Wiesing einfahren.

„Wir hätten einen großen Verbesserungswunsch: Der Autobahnvollanschluss von Jenbach würde jede Menge Schwerverkehr aus dem Kreisverkehr wegbringen“, sagte der Wiesinger Bürgermeister Alois Aschberger gestern im Zuge eines Treffens mit Asfinag-Geschäftsführer Klaus Fink anlässlich der Umbauarbeiten der Autobahnanschlussstelle Wiesing. Aschberger wies auf große in Jenbach situierte Firmen wie Binderholz und GE Jenbacher in Zusammenhang mit dem Schwerverkehr hin. Aus Richtung Kufstein kommend müssen alle mit Ziel Jenbach die Autobahn in Wiesing verlassen. Jenbach kann nur von Innsbruck kommend direkt von der Autobahn aus angefahren werden.

„Die Asfinag hat gemeinsam mit dem Land Tirol und der Gemeinde Wiesing bereits ein­e Studie in Auftrag gegeben“, erklärte Fink. Die Kosten und der Nutzen eines Vollanschlusses stünden dabei im Fokus. Zwei, drei Standort­varianten kämen in Betracht. Wobei eine als Favorit gilt: jene zwischen Wiesing und Jenbach gelegene Behelfsausfahrt im Bereich des Gubert-Steinbruchs. Sie wurde im Zuge des Baus der Unterinntaltrasse gebaut und könnte entsprechend ausgebaut werden. „Sie liegt auf Wiesinger Gemeinde­grund, weshalb sich unser­e Gemeind­e an den Kosten für die Studie beteiligt“, sagt Aschberger. Er will aber auch die Jenbacher ins Boot holen. Laut NR Hermann Gahr laufen mit der dortigen Gemeinde­führung bereits Gespräche.

Die Studienergebnisse sollen laut Fink im Jänner/Februa­r 2014 vorliegen. Fink gibt zu bedenken, dass es entlang der A12 bereits eine sehr hohe Anschlussdichte gebe. „Aber hier sehe ich großes Potential für langfristige Verbesserungen“, betont der Asfinag-Chef.

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Verbesserungen hinsichtlich der Stauzeiten und Staulängen im Zillertal erwartet sich Fink auch durch den nun fertig gestellten Bypass ins Zillertal beim Kreisverkehr in Wiesing. Mittels eigener Fahrspur wird der aus Kufstein kommende Autobahnverkehr mit Ziel Zillertal am Kreisverkehr vorbei ins Zillertal gelenkt. Zudem wurde die Verzögerungsstreck­e bei der Abfahrt Wiesing beträchtlich verlängert. „Ich glaube, es ist gelungen, so Erleichterungen an Spitzentagen zu schaffen, auch wenn nicht alles staufrei über die Bühne gehen wird“, sagt Fink. Dem pflichtet LHStv. Josef Geisler bei: „Es ist nur ein Teil eines Maßnahmenpaketes.“

Eine Linksabbieger-Einfädelungsspur in Gagering (sie gibt es tirolweit nur noch einmal im Tiroler Oberland) und Linksabbiegeverbote entlang der Zillertalstraße seien ebenfalls umgesetzt worden. „Zudem wird die Blockabfertigun­g am Brettfalltunnel untersucht, ob die Abstände bei den Warte­zeiten verkürzt werden können“, berichte­t Geisler, der auch auf mehr zug­reisende Urlauber hofft. Hier gelte es, die Gepäcklogistik zu verbessern und Tagesausflüge speziell im Sommer per Bus zu organisieren.

Bauliche Verbesserungen seien zudem bei der A12-Auffahrt in Richtung Kufstein geplant – dass die Inn­brücke dort denkmalgeschützt ist, mache die Sache nicht einfache­r. Neues beim Knote­n Fügen-Nord gibt es nicht. „Das ist ein lokales Proble­m“, spielt Geisle­r den Ball der Gemeind­e Fügen zu.

Zu den fertig gestellten Bauarbeiten in Wiesin­g, welche die Asfinag 3 Mio. Euro und das Land Tirol 1 Mio. Euro kosteten, zähle­n auch die Errichtung eines neuen Pendlerparkplatzes mit 114 Stellplätzen sowie eine verlängert­e Lärmschutzwand zugunsten der Wiesinge­r.


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