Zurück zu den Wurzeln: Training mit dem Ehemann

Zweite Runde bei den US Open, Challenger-Sieg in Sofia – die Seefelderin Patricia Mayr-Achleitner rückt den Top 100 der Tenniswelt nahe.

Von Florian Madl

Innsbruck –Es gab Momente in dieser Tennis-Saison, da gefror das Lächeln von Patricia Mayr-Achleitner selbst in warmen Gefilden. Etwa nach dem Rasen-Klassiker in Wimbledon, als sie eine Verletzung in der Folge fünf Wochen außer Gefecht setzen sollte.

Im September wandelte sich das Bild. Vielleicht auch deshalb, weil die Seefelderin wieder auf Altbewährtes setzt: „Ich habe die Zusammenarbeit mit meinem Trainer beendet und mache das Programm wieder mit meinem Ehemann Michael“, berichtet die 26-Jährige. Die jüngsten Ergebnisse – der Einzug in die zweite Runde bei den US Open und der Challenger-Sieg in Sofia (BUL) – scheinen ihre Marschroute zu bestätigen. „Wenn das Selbstvertrauen und die Auslosung stimmen, kann man schnell nach vorne kommen“, weiß die Rechtshänderin. Nach vorne, das gilt für die Weltrangliste: Einmal war sie schon auf Platz 70 (im Jahr 2009), derzeit rangiert sie auf Platz 115. Und das Ranking stellt immerhin die Basis für die Teilnahme an großen Turnieren dar.

„Ich bin durchaus in der Lage, jedes Challenger-Turnier zu gewinnen“, glaubt die 1,69 m große Kämpfernatur. Doch viel mehr interessiert sie ein Grand-Slam-Turnier wie jenes in Melbourne (AUS). Mit Erfolgen wie zuletzt soll die Qualifikation für Australien gelingen, wo allein die Teilnahme ein nettes Zubrot garantiert. „Es ist nicht so, dass man für Geld und Weltranglistenpunkte spielt. Wer allein daran denkt, verkrampft. Aber wenn man gut spielt, stellt das einen angenehmen Nebeneffekt dar“, lächelt Patricia Mayr-Achleitner. 3919 US-Dollar, umgerechnet 2900 Euro, streifte sie zuletzt beim Sieg in Sofia ein. Damit ließen sich die Spesen locker decken. Aber in dieser zweiten Leistungskategorie des Damen-Tennis ist das keine Selbstverständlichkeit.

„Wenn alles passt, traue ich mir durchaus eine Platzierung um die Top 30 zu“, glaubt Mayr-Achleitner. Die Grundlage für einen Sprung nach oben will sie demnächst legen – beim Challenger-Turnier in Budapest (HUN) und im Anschluss beim Heimturnier in Linz. Wobei das Thema Heimat für sie stets einen großen Stellenwert hat. „Ich spiele gerne für Österreich“, meint sie in Anspielung auf zukünftige Engagements im Fed-Cup. Leider, stellt Mayr-Achleitner enttäuscht fest, sei die Anerkennung dafür seitens des Verbandes nicht im gleichen Maß gegeben wie für die Davis-Cup-Herren. Das könne sie nicht nachvollziehen: „Schließlich spielen wir in der gleichen Liga wie die Herren.“ Nur mit Erfolgen wie zuletzt wirkt sie dem entgegen.


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