Code statt Unterschrift soll Kreditkarten sicherer machen

Card-Complete-Chef Hackel plant einen großen Kartentausch. Konsumenten würden von niedrigeren Händlergebühren nichts haben.

Innsbruck –Kreditkarten sind nicht nur ein praktisches Zahlungsmittel. Bargeldloses Bezahlen bietet auch Kriminellen ein weites Feld. Entsprechend großen Aufwand müssen die Kreditkartenanbieter betreiben, um sich Hacker vom Leib zu halten.

„Bei uns gibt es eine eigene Abteilung, die sich mit der Kartensicherheit befasst“, berichtet Heimo Hackel, Vorstand von Card Complete, im TT-Gespräch. Card Complete ist neben Paylife der zweite Platzhirsch am heimischen Kreditkartenmarkt. 1,3 Mio. Visa- und MasterCard-Karten hat Card Complete im Umlauf, insgesamt kursieren in der Alpenrepublik 2,5 Millionen solcher Plastikteile.

Einen Schritt zu mehr Sicherheit erwartet sich Hackel von der geplanten Umstellung des Zahlungsvorgangs. Die Unterschrift soll bei Transaktionen mit Kreditkarte künftig entfallen. Dafür muss vom Zahler, wie bisher schon bei der Bankomatkarte, ein Pin-Code eingegeben werden.

„Wir wollen, dass sich die Kunden ihren Code selbst aussuchen können“, sagt Hackel. Dafür werde es aber nötig sein, die Karten auszutauschen. Dies werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

Jene Gebühren, die Händler an die Kreditkartenfirmen bzw. an deren Partnerbanken berappen müssen, wenn ein Kunde im Geschäft mit Karte bezahlt, sind der EU-Kommission ein Dorn im Auge. Die EU-Behörde will den Ausgeber der Karten maximal mit 0,3 Prozent am umgesetzten Betrag mitnaschen lassen – bisher ist es ein Vielfaches davon. Brüssel glaubt, dass die Händler ihre Preise senken, wenn sie geringere Gebühren für Kartenzahlungen abliefern müssen.

Hackel macht kein Hehl daraus, dass seiner Zunft damit ein hübsches Sümmchen entgeht. Er hat dafür ein Rechenbeispiel aus Deutschland parat. Bei den Nachbarn würden sich die geleisteten Händlergebühren pro Jahr von 200 auf 50 Mio. Euro dramatisch verringern.

Dass dieser Verlust auf den Jahrespreis der Karten von Millionen Kunden einfach draufgeschlagen werde, kann sich Hackel, schon aus Wettbewerbsgründen, nicht vorstellen. Skeptisch ist er aber auch, ob die Konsumenten tatsächlich günstigere Kaufpreise erwarten könnten. „Es gibt viele Möglichkeiten, einen Kaufpreis zu gestalten“, meint er kryptisch.

Den neuen Mitbewerber Six – der Schweizer Spezialist für Zahlungsverkehr hat jüngst Paylife übernommen – begrüßt Hackel „mit einem herzlichen Grüezi“. Von der Kompetenz des Neuen am heimischen Markt wolle Card Complete profitieren. (mark)


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