Lücken bei der Kindergesundheit

Medizin für die Großen berge oft Risiken für die Kleinen - diesem Thema nahm sich eine Tagung rund um Kinderheilkunde im Innsbrucker Congress an.

Von Nicole Strozzi

Innsbruck –Trotz einiger positiver Entwicklungen der letzten Zeit ortet die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) bei seiner 51. Jahrestagung immer noch Lücken in puncto Kinder- und Jugendgesundheit. Ein Knackpunkt sind etwa fehlende Medikamente und Studien für Kinder. Viele Medikamente, die im klinischen Alltag benötigt werden, seien nicht für diese Altersgruppe zugelassen. „Oft werden Medikamente für Kinder vom Markt genommen, weil sie der Pharmaindustrie kein Geld bringen. Gerade kürzlich war dies bei einem Impfstoff der Fall“, kritisierte ÖGKJ-Präsident Kerbl. Stattdessen werden Erwachsene als Maßstab genommen, dabei berge Medizin für die Großen Risiken für die Kleinen.

Um vermehrt Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit von Kinderstudien zu lenken, wurde im Mai das österreichische Netzwerk „OKIDS“ gegründet. „Viele glauben immer noch, dass man bei Kinderstudien mit gesunden Kindern experimentiert, dabei entwickeln wir Medikamente mit und für kranke Kinder“, betonte die Wiener Onkologin und OKIDS-Geschäftsführerin Ruth Ladenstein.

Auch in der Rehabilitation von kranken Kinder gebe es hierzulande noch Aufholbedarf. „Für Erwachsene gibt es in Österreich 9000 Reha-Betten, 2000 weitere sind geplant. Für Kinder gibt es nur 52. Und für die kardiologische und pulmologische Reha gibt es kein einziges Bett“, betonte der Arzt. Der Bedarf liege aber ingesamt bei 450 Betten.

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