Auf der Tischlerbank wird aus Holz ein Möbelstück

Reinhard Massopust ist Tischler und möbliert Büroräume, Wohnungen oder Häuser. Hohe Betriebsauflagen machen ihm allerdings zu schaffen.

Von Julian Bathelt

Sistrans –In der kühlen Morgenluft riecht es schon nach frischen Holzspänen. Plötzlich heult auch der Motor einer Kreissäge auf, denn in der Tischlerei von Reinhard Massopust wird schon fleißig gearbeitet. Seit sieben Uhr morgens steht der Tischlermeister mit seinen vier Mitarbeitern an den Werktischen und Maschinen, um zu tischlern. „Am liebsten verarbeiten wir edle Hölzer wie Nuss, Kirsche oder Eiche“, erklärt Massopust. Aus dem sauberen Material Holz, wie er es selbst beschreibt, fertigt er Inneneinrichtungen für Büro- und Geschäftsräume, Wohnungen oder Häuser.

Seine Meisterprüfung hat der Möbeltischler vor etwas mehr als 20 Jahren abgelegt und anschließend den Betrieb seines Vaters übernommen. Seit damals hat sich allerdings einiges verändert, verrät Massopust: „Mittlerweile arbeiten wir sehr maschinenintensiv und mit zum Teil computergesteuerten Geräten.“ Der Beruf verlange einem aber nach wie vor viel handwerkliches Geschick und gestalterische Fähigkeiten ab. Das beginnt schon mit dem Ausmessen der Räume und den ersten Planungsarbeiten. „Zeichnen sollte man können und mögen“, sagt der Tischler. Bis zur endgültigen Montage der entworfenen Möbel, Holzfassaden oder Böden dauert es rund drei Wochen, ehe ein Wohnzimmer oder eine Küche steht.

Obwohl es ein sehr spannender und arbeitsintensiver Beruf sei, ist er auch mit hohen finanziellen Aufwendungen verbunden. Durch die vielen Auflagen, welche Tischlereien zu erfüllen hätten, würden die Verdienstmöglichkeiten beschränkt bleiben. „Es kommen immer neue Vorschriften dazu und irgendwann kann man das alles nicht mehr erfüllen“, schnauft der Tischlermeister.

Immerhin kann er auf eine beachtliche Anzahl von rund 800 Stammkunden in Tirol, Salzburg und Süddeutschland zählen, wie etwa die Modekette Einwaller oder Filialen der Tiroler Sparkasse.

Nur mit viel Fleiß und Liebe zum Handwerk sei es möglich, in der Branche bestehen zu bleiben. Der Kontakt mit den Leuten und die Freude am Holz sind es, die Reinhard Massopust motivieren: „Wenn man am Abend sieht, was man tagsüber getischlert hat, macht einen das schon stolz.“


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