Japaner kaufen deutschen Badezimmer-Ausrüster Grohe

Berlin, Tokio - Der deutsche Badezimmer-Ausrüster Grohe wandert offenbar in japanische Hände. Der Rivale Lixil habe sich mit den Eigentümern...

Berlin, Tokio - Der deutsche Badezimmer-Ausrüster Grohe wandert offenbar in japanische Hände. Der Rivale Lixil habe sich mit den Eigentümern von Grohe auf einen Verkauf geeinigt, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ am Donnerstag. Demnach zahlen die Japaner rund drei Milliarden Euro für den Badezimmer-Ausrüster aus Hemer im Sauerland. Die Details des Kaufvertrags sollten noch im Tagesverlauf bekanntgegeben werden. Von Lixil und Grohe war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Mit dem Deal dürfte ein Börsengang von Grohe vom Tisch sein. Die Grohe-Eigentümer, die Finanzinvestoren TPG Capital und Credit Suisse, hatten bis zuletzt eine zweigleisige Strategie verfolgt und dabei auch einen IPO ins Spiel gebracht. Mit dem Vorantreiben der Börsenpläne wollten die Eigner den Druck auf Lixil erhöhen, mehr Geld auf den Tisch zu legen.

Der Poker ging aber offenbar nur begrenzt auf. So hatten die Japaner Finanzkreisen zufolge zuletzt rund drei Milliarden Euro geboten, die Eigentümer hatten ursprünglich auf bis zu vier Milliarden Euro gehofft. Der Verkauf an einen Wettbewerber hat für die Finanzinvestoren den Charme, das Unternehmen auf einen Schlag loszuwerden. Bei einem Börsengang würden TPG und die Private-Equity-Sparte von Credit Suisse nur einen Teil ihrer Anteile verkaufen. Damit gingen sie das Risiko ein, lange auf einen guten Zeitpunkt für die Veräußerung der restlichen Anteile warten zu müssen.

TPG und Credit Suisse hatten 2004 für Grohe 1,5 Milliarden Euro bezahlt. Ihre Umstrukturierungsmaßnahmen lösten wenig später die „Heuschreckendebatte“ um die Rolle von Finanzinvestoren in der deutschen Wirtschaft aus. Heute gilt Grohe allerdings als ein Musterbeispiel für einen gelungenen Konzernumbau unter Führung von Finanzinvestoren. (APA/Reuters)

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