Sonniger Sommer zog mehr Urlauber an denn je

Die Zahl der Ankünfte erhöhte sich laut Statistik Austria zwischen Mai und August um drei Prozent auf ein neues Rekordhoch.

Wandern rund um Obergurgl. Symbolfoto für den Tiroler Tourismus.
© Ötztal Tourismus/Bernd Ritschel

Wien - Die österreichischen Beherbergungsbetriebe haben sich im Sommer 2013 wacker geschlagen. Nach dem Hochwasser, das zum Saisonstart vielerorts bis in die Hotellobby schwappte, haben die Touristiker in den sonnigen Monaten Juli und August dann letztlich sogar noch mehr Urlauber angelockt denn je. Die Zahl der Gästeankünfte erhöhte sich zwischen Mai und August gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 3 Prozent auf das bisherige Rekordhoch von 14,32 Millionen, geht aus den vorläufigen Daten der Statistik Austria von heute, Donnerstag, hervor.

Die Zahl der Übernachtungen stieg vor allem dank der verstärkten Nachfrage aus dem wichtigsten Herkunftsland Deutschland um 1,5 Prozent auf 49,54 Millionen. Dabei legten die ausländischen Gästenächtigungen um 2,1 Prozent auf 34,57 Millionen zu, während sich die Nachfrage aus dem Inland bei 14,97 Millionen Übernachtungen stabilisierte (plus 0,1 Prozent).

Mitterlehner: Gegen neue Steuern

Die deutschen Urlauber retteten die Bilanz: Sie erhöhten die Zahl ihrer Nächtigungen in Österreich um 1,9 Prozent auf 18,37 Millionen und stellten damit mehr als die Hälfte aller Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland. Österreich weniger treu blieben hingegen die Niederländer, die Schweizer und Liechtensteiner sowie die Italiener. Die niederländischen Nächtigungen gingen um 1,9 Prozent auf 3,17 Millionen zurück, die Schweizer bzw. liechtensteinischen um 1,2 Prozent auf 1,59 Millionen und die italienischen noch wesentlich deutlicher um 2,8 Prozent auf 1,49 Millionen.

Zwischen Mai und August verstärkte sich der Trend zu kürzeren Aufenthalten und höherwertigen Quartieren. In den 4- und 5-Sterne-Hotels kletterte die Zahl der Übernachtungen um 2,3 Prozent überdurchschnittlich. Die 1- und 2-Stern-Betriebe hingegen erlitten Einbußen von 2,2 Prozent.

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Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat sich heute, Donnerstag, in einer Aussendung gegen zusätzliche steuerliche Belastungen der Tourismusbetriebe ausgesprochen. Der heimische Tourismus sei eine wichtige Konjunkturstütze und sichere Arbeitsplätze. „Das Urlaubsland Österreich bleibt auch in einer weltweit schwierigen Wirtschaftslage auf Erfolgskurs, wie der neue Besucherrekord und das Nächtigungsplus im Sommer zeigen“, so der Minister.

Zu der positiven Bilanz des bisherigen Sommerhalbjahres habe nicht nur das gute Wetter im Juli und im August beigetragen, sondern auch die Image-Kampagne der nationalen Tourismusmarketingagentur Österreich Werbung (ÖW). Die ÖW habe heuer rund 25 Mio. Euro in die Bewerbung des Sommerurlaubs in Österreich investiert - nach dem Hochwasser im Mai und im Juni lancierte sie beispielsweise die Sonderkampagne „Jetzt.Österreich“. Zudem würden die Touristiker bei der Beseitigung der Hochwasserschäden durch spezielle Förderungen unterstützt.

Branche ebenso wichtig wie Industrie

Der Tourismus sei für den Wirtschaftsstandort Österreich ebenso wichtig wie die Industrie, betont der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Hans Schenner. Die neue Bundesregierung sollte der Branche die notwendige Beachtung im Regierungsprogramm schenken, forderte der Branchensprecher heute, Donnerstag, in einer Aussendung. Immerhin sichere die Tourismus- und Freizeitwirtschaft jeden fünften Vollarbeitsplatz in Österreich.

Auch im Sommer 2013 hätten sich die Gastronomie und die Beherbergungsbetriebe als „verlässlicher Jobmotor“ bewährt: Zwischen Mai und August erhöhte sich die durchschnittliche Beschäftigung im Hotel- und Gastgewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum laut Wirtschaftskammer um 1,6 Prozent auf 204.288 Arbeitnehmer.

Zudem sei in diesem Bereich im ersten Halbjahr 2013 der stärkste Umsatzzuwachs im gesamten Dienstleistungsgewerbe erzielt worden - mit einem nominellen Plus von 3,1 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode 2012, der Durchschnitt lag bei 1,1 Prozent.

„Heute spricht man gern von Re-Industrialisierung, aber ohne Tourismus geht es in Österreich mit der Wirtschaft bergab, das ist Faktum“, so Schenner. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft erziele jährlich eine Bruttowertschöpfung von rund 42 Mrd. Euro und trage damit mehr als 15 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.

Schenner ist der Sprecher von mehr als 90.000 Tourismusbetrieben aus den Bereichen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit- und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. (APA/tt.com)


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