Team Stronach will (etwas) mehr Transparenz

Die junge Partei legt vor, was mit den 930.000 Euro Klubförderung bezahlt wurde. Eine Offenlegung wird auch von den anderen Parteien gefordert.

Von Cornelia Ritzer

Wien –Die Debatte um die Finanzierung des Wahlkampfs geht in die nächste Runde. „Wir legen jetzt offen“, kündigte Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar gestern volle Transparenz an. Denn die hat sich die Partei, die am Mittwoch ihren ersten Geburtstag gefeiert hat, immerhin als Partei-Slogan („Wahrheit, Transparenz, Fairness“) ausgesucht. Offengelegt wurde dann jedoch nur, was mit der Klubförderung von insgesamt 1,4 Millionen Euro – von der bisher etwas mehr als 930.000 Euro auf dem Konto der Neo-Partei gelandet ist – passierte.

Das meiste Geld wurde mit rund 600.000 Euro für das Personal ausgegeben. Die in dem offengelegten Buchhaltungsauszug nicht ersichtlichen „Spenden und Trinkgelder“ in der Höhe von 10.350 Euro wären in den angeführten, knapp 29.000 Euro an Verwaltungsaufwand enthalten, erklärte Lugar. Von den rund 92.300 Euro an Gewinn habe man Rückstellungen gebildet. „Je nach Wahlergebnis müssen wir Umstellungen im Klub machen“, erklärte der Klubobmann die Sparsamkeit. Und außerdem dürfe der Klub davon Spenden machen – das habe man bereits bei zwei Sozialprojekten in der Steiermark gemacht und habe es weiterhin vor.

Nun will das Team Stronach auch von den anderen Parteien wissen, wie es um die Klubfinanzen beschaffen ist – am besten noch vor der Wahl am Sonntag. Vor allem bei den Grünen ortet Lugar „Scheintransparenz“: Diese hätten auf ihrer Homepage zwar die Ausgaben aufgelistet, aber nur in einer „überblicksartigen Zusammenschau“. Die Grünen würden „immer nur mit den Fingern auf andere zeigen“, ätzte er.

Die Frage, wie viel Geld Parteigründer Frank Stronach bisher in den Wahlkampf gesteckt hat, blieb auch gestern unbeantwortet. Warum das nicht offengelegt wird, erklärte Lugar so: „Es handelt sich dabei nicht um Steuergeld, sondern um Privatgeld von Frank Stronach. „Nach der Wahl“ werde man dann erfahren, wie viel sich der Magna-Milliardär die Politik kosten lässt, versprach Lugar. Das sei auch wichtig wegen der Wahlkampfkostenbeschränkung von 7 Millionen Euro, die bei dieser Wahl erstmals gilt. Diese findet er zwar „nicht klug“, wiederholte Robert Lugar erneut, da Stronach ja bekanntlich sein eigenes Geld und nicht Steuergeld für Plakate, Broschüren und Inserate verwendet: „Das wäre anders handzuhaben, ist aber leider nicht so.“

Erneut verteidigte Stronach-Mann Lugar, dass der Parteigründer seinem Team keine Spenden, sondern Darlehen überweist, die nicht beim Rechnungshof gemeldet werden müssen: „Es geht um Kontrolle und dass die Partei weiterhin auf Kurs bleibt.“


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