Die Hoffnung ruht auf den Zwillingen

Vor dem schweren Auswärts-Doppel in Wien (Freitag) und Znojmo (Samstag) bauen die Innsbrucker Haie auch auf den Donati-Faktor: Die unzertrennlichen Zwillinge Justin und Tyler (26) sind glänzend aufgelegt.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Ein Donati kommt selten alleine. Das war in der vergangenen Saison in Norwegen so und verhält sich jetzt so bei den Innsbrucker Haien. Nach den Galas gegen Fehervar (7:2) und Dornbirn (5:2) ist längst vergessen, dass Justin zwei, drei Wochen auf seinen Bruder Tyler warten musste. „Es ist großartig, ihn hier zu haben“, grinst Justin im Domizil am Ölberg längst übers ganze Gesicht. Es hat zwar jeder seine eigene Wohnung, am Eis kreuzt man in Linie eins mit Kapitän Patti Mössmer aber gemeinsam die Klingen.

„Wir lieben es, mit Patti Mo zu spielen. Er findet immer wieder Räume“, loben die Zwillinge ihren Linienpartner über den grünen Klee. Das blinde Verständnis ist perfekt. Dabei konnten es die Donati-Twins in Nachwuchsjahren nie nachvollziehen, warum sie die Trainer nie in die gleiche Linie gesteckt haben. Erst mit 23 Lenzen war es in der Minor Hockey League so weit. „Ich bin mit ihm aufgewachsen. Ich weiß, wie er denkt, tickt und sich bewegt“, hält es Tyler für die logischste Sache der Welt, neben seinem jüngeren Bruder zu stürmen.

Am 17. Oktober 1986 erblickten die beiden Kanadier das Licht der Welt, Tyler war etwas früher dran: „Ich bin um sieben Minuten älter, weiser und härter“, lacht er. Im Ernst? „Wir erwarten beide von uns selbst und dem jeweils anderen viel.“

In der Freizeit, die die beiden Hundebesitzer auch bei Spaziergängen teilen, wird aber nicht ausschließlich über Eishockey gesprochen. Tyler nennt nicht einmal ein Handy sein eigen: „Wenn ich das Haus verlasse, verlasse ich das Haus“, will er nicht immer erreichbar sein und die Zeit eben mit jenen teilen, die ihm live ins Gesicht lächeln. Eine hohe Lebensqualität.

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Die Erste Bank Eishockeyliga hat es den beiden nach fünf Spieltagen angetan: „Großartig, professionell. An gewissen Tag kann jeder jeden schlagen“, kommt es den Offensivkünstlern über die Lippen, die auch defensiv mehr arbeiten und mit breitem Grinsen nicht so viel schwindeln (auf Englisch: „cheat“) wollen.

„Wenn du defensiv gut arbeitest, wirst du auch offensiv gute Gelegenheiten bekommen“, beschwört Headcoach Danny Naud an der Seite der begnadeten Donati-Zwillinge sein Credo.

„Wir wollen in Wien und Znojmo so lange wie möglich im Spiel bleiben“, lauern Tyler und Justin in den beiden Auswärtsspielen auf ihre (Konter-)Chancen. Defensiv drückt die Haie nach den Ausfällen der Verteidiger Craig Switzer (Schulter) und Flo Stern (Zahn-OP) etwas der Schuh. Christoph Hörtnagl rückt dafür zurück.


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