Wirtschaft will Parkpaket abfedern

Die Kammer bemängelt eine mangelnde Einbindung in die laufende Erstellung des neuen Konzepts für die Innsbrucker Parkraumbewirtschaftung. Bloße zeitliche Ausdehnung und Gebührenerhöhung wird abgelehnt.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Noch ist es ein Geheimpapier, das neue Konzept, das die bisherige Innsbrucker Parkraumbewirtschaftung von Grund auf reformieren soll. Während im Magistrat laut der für Verkehr zuständigen Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider (Grüne) an den Feinjustierungen gearbeitet wird, soll die Reform auf drei zentralen Einschnitten beruhen. Dies bestätigen gut informierte Kreise gegenüber der TT. Wie berichtet, sollen die bewirtschafteten Parkzonen in einigen städtischen Randgebieten ausgeweitet und bestehende Kurzparkzonen in Parkstraßen umgewandelt werden. Dies, so die auf der Hand liegende Intention Pitscheiders, soll Dauerparker wie Pendler und Studenten zurückdrängen und den Anwohnern wieder mehr Parkmöglichkeiten geben.

Des Weiteren soll entweder an eine Erhöhung der Tarife (ein Euro statt 50 Cent pro halber Stunde) oder einen reduzierten Abrechnungsmodus (20 statt 30 Minuten für 50 Cent) gedacht sein. Als dritte Säule sollen die Kurzparkzonen im Kerngebiet auf 21 bzw. 22 Uhr ausgedehnt werden (bisher 19 Uhr).

„Wir würden gegen das neue Konzept gerne Sturm laufen. Aber das können wir nicht, weil Pitscheider es leider nach wie vor zurückhält“, ärgert sich Regina Stanger, Bezirksobfrau der Wirtschaftskammer. Für die Innsbrucker Wirtschaft, insbesondere die Gastronomie, seien die Änderungen entscheidend. Man sei „kein Verhinderer“, man wolle mitarbeiten, aber das bloße Drehen an Parkdauer und Gebührenhöhe lehne man ab. Stanger fordert abfedernde Maßnahmen. Wie die minutengenaue Abrechnung per Handyparken.

Im Großteil der Innsbrucker Tiefgaragen lässt die Minutenabrechnung auf sich warten.

Auch der Wirtschaftsbund in Gestalt von Bezirks- und ÖVP-Klubofrau Barbara Traweger-Ravanelli geht in die Offensive. Sie kündigt für die kommenden Tage eine Informationsveranstaltung an. Traweger-Ravanelli fordert Pitscheider zur Teilnahme und zum Dialog auf. Und stellt vorab Bedingungen: einfachere Vergabe von Parkbewilligungen für Gewerbetreibende, möglichst auch mit einer jeweiligen Gültigkeit von 9 bis 17 Uhr. „Als Ausgleich mit den Anwohnern“, argumentiert die Wirtschaftsbundobfrau. Ebenfalls in einem Parkkonzept müsse die Installation eines dynamischen Parkleitsystems für die Tiefgaragen inkludiert sein.

Eine Idee, die zuletzt vor gut einem Jahr im Sande verlief – Stadt und Tiefgaragenbetreiber konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Finanzierungsschlüssel einigen.

Die Gerüchte über anstehende Änderungen im Parkwesen sind auch zum Verein der Innenstadtkaufleute vorgedrungen, wie Obmann Thomas Hudovernik sagt: „Wir hören schon seit Wochen, was kommen bzw. nicht kommen soll.“ Es sei klar, dass man mit jeder Maßnahme, die den Standort belaste, keine Freude habe. Sehr wohl sei man an konstruktiven Gesprächen interessiert, wolle die Pläne einsehen und somit Klarheit haben. Denn das Schlimmste sei, so Hudovernik, wenn nun wochenlang öffentlich nur über Nebuloses diskutiert werde: „Das würde dem Standort Innsbruck mit Sicherheit schaden.“

Pitscheider selbst hatte angekündigt, das neue Parkkonzept bis Ende Oktober, Anfang November den Gremien vorlegen zu können. Wie zu hören ist, ist sich die Koalition aus Für Innsbruck, Grünen und SPÖ über das Grundkonzept aber noch nicht einig.


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