dayli-Schulden dürften 100 Mio. Euro übersteigen

Demgegenüber stehen Mittel von rund 20 Mio. Euro. Am morgigen Freitag findet die erste Gläubigerversammlung statt.

Eine dayli-Filiale in Wien, aufgenommen am 23. November 2012.
© APA

Wien/Pucking - Die Gesamtverbindlichkeiten bei der insolventen Drogeriekette dayli dürften auf rund 110 Mio. Euro steigen. Bisher wurden 4662 Insolvenzforderungen in Höhe von 69,5 Mio. Euro (davon 7,1 Mio. Euro Arbeitnehmerforderungen) angemeldet, gab der Gläubigerschutzverband Creditreform am Donnerstag bekannt. Hauptgläubiger seien Warenlieferanten und öffentliche Körperschaften. Masseverwalter Rudolf Mitterlehner rechnet noch mit nachträglichen Anmeldungen von 41 Mio. Euro.

25-Prozent-Quote unrealistisch

Zu verteilen hat dayli nicht viel: Die Summe der liquiden Mittel beläuft sich auf rund 6,1 Mio. Euro. Der Warenstand per Ende August beträgt 9,8 Mio. Euro. Dazu kommen noch andere Vermögenswerte wie Geschäftsausstattung und Grundstücke. Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer schätzt, dass rund 20 Mio. Euro zur Verfügung stehen, die unter tausenden Gläubigern aufgeteilt werden müssen. „Eine Quote von 25 Prozent ist mehr als unrealistisch“, sagte Weinhofer zur APA.

Morgen, Freitag, findet am Landesgericht Linz die erste Gläubigerversammlung und Berichts- und Prüfungstagsatzung statt. Ob Mitterlehner dann einen Käufer für das gesamte Unternehmen präsentiert, bleibt abzuwarten. Weinhofer jedenfalls ist skeptisch: „Ich kann mir keinen Käufer vorstellen, der an dem Gesamten interessiert ist.“ Mitterlehner will Marke, Geschäftsausstattung, Lager sowie Grundstücke in Pucking, Gröbming, Pöchlarn und Italien als Gesamtpaket verkaufen. Gelingt das nicht, wird das Unternehmen zerschlagen. Der Masseverwalter hatte sich für einen Gesamtverkauf eine Frist bis Ende September gegeben.

3343 Arbeitsplätze betroffen

Von der dayli-Pleite sind insgesamt 3343 Arbeitsplätze betroffen. 30 Arbeitnehmer werden derzeit noch zur Abwicklung der Gesellschaft beschäftigt. Die Abwicklung und Räumung der derzeit 355 aufgekündigten Filialen gestalte sich sehr aufwendig, schreibt der Masseverwalter laut Creditreform. 76 Filialen wurden bereits an die Vermieter übergeben.

In Bezug auf die verschwundene Million läuft ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter. Die strafrechtlichen Aspekte des Sachverhaltes würden von der Staatsanwaltschaft in alle Richtungen untersucht. Der Sachverhalt werde auch unter dem Aspekt einer allfälligen Haftung der dayli-Geschäftsführung zu prüfen sein, heißt es. (APA/tt.com)


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