Neun Tote bei Überfällen auf Polizei und Armee in Kaschmir

Der Regierungschef erklärte, dass die Angreifer die Friedensbemühungen torpedieren wollen.

Srinagar – Als Soldaten verkleidete Angreifer haben bei einem Überfall auf eine indische Polizeistation und einen Militärstützpunkt in der Kaschmir-Region mindestens neun Menschen getötet. Drei Kämpfer hätten am Donnerstag mit Schusswaffen und Granaten zuerst die Polizeistation Hiranagar an der Grenze zu Pakistan angegriffen, teilte die Polizei mit. Danach seien sie zu einem nahegelegenen Armeestützpunkt gefahren, wo sie sich ein heftiges Feuergefecht mit Soldaten geliefert hätten.

Die indische Armee entsandte schließlich auch Panzer, um gegen die Angreifer vorzugehen, wie Augenzeugen und Vertreter der Sicherheitskräfte aus der Region etwa 200 Kilometer nördlich der Touristenstadt Srinagar berichteten. Bei den Kämpfen um die Polizeistation starben den Angaben zufolge fünf Polizisten und zwei Zivilisten, bei den Gefechten mit der Armee zwei Soldaten. Zu den Angriffen bekannte sich gegenüber einer Lokalzeitung eine bisher unbekannte „Märtyrer-Brigade“.

Kaschmirs Regierungschef Omar Abdullah warf den Angreifern vor, sie wollten die Friedensbemühungen zwischen Indien und Pakistan zu Fall bringen. Der Angriff ereignete sich nur wenige Tage vor dem geplanten Treffen zwischen Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif und dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

Die Grenzregion zwischen Pakistan und Indien ist seit Jahrzehnten zwischen beiden Ländern umstritten. Beide Atommächte beanspruchen das Gebiet für sich. Seit 1989 kämpfen mehrere militante Gruppen für die Abspaltung der Region von Indien. (APA/AFP)

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