Erste Syrien-Flüchtlinge kommen bis Montag nach Österreich

Österreich hat sich zur Aufnahme von 500 Flüchtlingen aus Syrien verpflichtet. Die ersten von ihnen sollen in den nächsten Tagen ankommen.

Tausende Syrer sind bereits vor der Gewalt in ihrem Land geflohen. Österreich wird 500 Flüchtlinge aufnehmen.
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Wien – Österreich hat am Donnerstag in einem Formalakt die völkerrechtlichen Verpflichtungen zur Aufnahme von 500 syrischen Flüchtlingen an UNHCR und IOM übermittelt. Dies war nach österreichischem Recht noch in dieser Form notwendig, um den Flüchtlingen „Asyl von Amts wegen“ gewähren zu können, hieß es seitens des Innenministeriums. Parallel dazu werden die detaillierten Verträge mit UNHCR und IOM finalisiert.

Die ersten syrischen Christen werden in den kommenden Tagen nach Österreich geflogen – spätestens Montag werden jedenfalls die ersten Flüchtlinge von Österreich aufgenommen. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP)erklärte dazu: „Für die Menschen in und rund um Syrien wird ihre Lage immer dramatischer.“

Diese ersten Aufnahmen konnten bereits fixiert werden. Kurzfristig werden 250 verfolgte syrische Christen werden in Zusammenarbeit mit der Kirche und IOM (Internationale Organisation für Migration) aufgenommen. Die mittelfristige Aufnahme von weiteren 250 Flüchtlingen wird in Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk erfolgen, hier erfolgt die „Transferabwicklung“ mit der IOM.

Flüchtlinge erhalten dauerhaften Schutzstatus

Die aufgenommenen Flüchtlinge werden in Österreich Asyl von Amts wegen, das heißt einen dauerhaften Schutzstatus, erhalten. Die erforderliche völkerrechtliche Verpflichtung wurde von Außenminister Michael Spindelegger und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) unterzeichnet. Beide dankten den internationalen Organisationen für die „ausgezeichnete Kooperationsbereitschaft“ gedankt.

Laut Mikl-Leitner werde man, unabhängig von den laufenden Aufnahmen syrischer Asylwerber, die 500 Flüchtlinge in Österreich aufzunehmen. „Gemeinsam mit Außenminister Spindelegger haben wir festgelegt, dass niemand aufgrund seiner Religion ausgeschlossen werden soll, der Schwerpunkt solle aber auf Frauen, Kinder und Christen gelegt werden - weil sie eine speziell betroffene Gruppe sind.“ Man freue sich, so die Ministerin, dass „wir jetzt bereits die ersten Flüchtlinge aufnehmen können. Wir profitieren hier auch von den Erfahrungen Deutschlands“.

Ende August und Anfang September hatten vor allem Nichtregierungsorganisationen heftig kritisiert, dass christliche Flüchtlinge hätten bevorzugt werden sollen. (APA)


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