Neues Tuxer Fernerhaus verschlingt 13 Mio. Euro

Bis zu 200 Bauarbeiter gleichzeitig sind auf 2600 Metern Seehöhe damit beschäftigt, das riesige Bauwerk im Oktober fertig zu stellen.

Von Angela Dähling

Tux –Er ist imposant, der Hintertuxer Gletscher. Ähnlich imposant ist die riesige Baustelle, die sich hier auf 2600 Metern Seehöhe seit Mai befindet. Denn das aus dem Jahr 1969 stammende Tuxer Fernerhaus ist Geschichte, ein neues Fernerhaus errichten die Zillertaler Gletscherbahnen mit Geschäftsführer Matthias Dengg hier derzeit um 13 Millionen Euro. „Wir hatten das alte Fernerhaus zwar mehrmals umgebaut und erweitert, aber Teile der Bausubstanz waren schon sehr alt. Und der Verscheiß auf dieser Höhe durch Wind und Wetter ist größer als im Tal“, erklärt Dengg.

Beherbergte das alte Fernerhaus 20 Mitarbeiter-Zimmer, so werden im neuen in den Obergeschoßen 35 Garçonnièren für das Personal errichtet. Auch die Zahl der Sitzplätze im Restaurant erhöht sich von 800 auf 950. Ebenso viel Plätze werden auf einer riesigen Terrasse geschaffen. „Wir errichten zusätzlich zum Selbstbedienungsrestaurant ein eigenes Bedienungsrestaurant“, erklärt Dengg.

Auch sonst werde Komfort großgeschrieben: Durch Rolltreppen und Aufzüge entsteht Barrierefreiheit. Das sei auch für die Nationalteams im Behindertensport, die am Gletscher trainieren, wichtig. Als Architekt wurde das Brixlegger Büro Geisler & Trimmel beauftragt. In der Gestaltung wird auf Traditionelles gesetzt – mit viel Holz und Stein entsteht eine urige Atmosphäre. Das sei es, was sich die meisten Gäste in Tirol wünschen.

Dass ein Bauwerk auf 2600 Metern Seehöhe eine Herausforderung ist, liegt auf der Hand, zumal die Bauzeit von rund sechs Monaten sehr kurz ist. Baumaterialien, die mit Straßen-Lkw am Fuße des Gletschers angeliefert wurden, müssen auf Spezial-Lkw mit Allradantrieb umgeladen werden. „Und die Bauarbeiter werden morgens vor den Gästen und am späten Nachmittag nach den Gästen mit der Bergbahn transportiert“, erzählt Matthias Dengg. Zwischen 150 bis 200 Bauarbeiter sind zu Spitzenzeiten gleichzeitig am Arbeiten, damit das neue Fernerhaus planmäßig bis spätestens Ende Oktober eröffnen kann. Im Mai und Juni erschwerten die vielen Schneefälle den Baustart.

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Parallel dazu wird das aus dem Jahr 1908 stammende Spannaglhaus gleich mit umgebaut.

Am Rastkogel wird zudem der bestehende Doppelsessellift Lämmerbichl abgetragen, um Platz für eine neue Sechsersesselbahn mit Sitzheizung und Wetterschutzhaube zu schaffen. Insgesamt kosten alle drei Bauprojekte 22 Millionen Euro.


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