Volxpop in weiblicher Vollendung

Das zweite Album der Karriere entscheidet oft, ob du einen Bauchfleck hinlegst oder richtig abhebst: Hannah zündet den Turbo!

Von Hubert Trenkwalder

Mils b. Hall –„Weiber, es isch Zeit!“ Kraftvoll und überzeugt singt sie diese Zeilen ins Publikum. Oder „Weil i bin a Dirndl“, und ob man nun eines trägt oder nicht, man kann sich dem allgemeinen Jucheze­r im Anschluss nicht entziehen. Hannah, die junge Volxpop-Sensation aus Tirol, ist omnipräsent, in den österreichischen Radiostationen, im Fernsehen, auf der Bühne.

Und das mit Recht. Denn das Mädl hat zwei wesentliche Hürden in ihrem künstlerischen Dasein locker genommen: einen impulsiven Karriere­start vor drei Jahren, inklusive einer Handvoll Alleinstellungsmerkmale, um die sie weibliche wie männliche Schlagerkollegen beneiden.

Und nun, nach intensiver und kreativer Denkarbeit, folgte die wesentlich höhere, zweite Hürde. Das Album nach dem Debüt. Die hohe Erwartungshaltung der Szene erfüllen, den Unkenrufen trotzen, das kostet Energie, die Hannah im Überfluss hat: „Mein Traum ist in Erfüllung gegangen, und jetzt lebe ich ihn. Klar gibt es Momente, da willst du alles hinschmeißen, wo du zweifelst, aber wenn du dann die positiven Reaktionen zurückbekommst, weißt du, wofür du so gekämpft hast.“

Hannah macht keinen Hehl aus ihren Lebenserfahrungen. Vom Vater ihrer zwei Kinder verlassen, als alleinerziehende Mutter im finanziellen Strude­l gefangen, ohne diese Extremsituationen wären wahrscheinlich Texte wie die des neuen Albums „Weiber, es isch Zeit“ nicht möglich. Produzent Willi Willmann schafft den musikalischen Spagat zwischen poppig und authentisch, gespickt mit Hackbrett und Maultrommel, alles in allem ein gelungenes Werk, eine echte Duftmarke auf dem Weg von Hannah, der weiter nach oben führt.

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