„Der Meistertitel schwebt einfach über allem“

Für die Hypo-Volleyballer startet mit dem Cup-Spiel (18 Uhr) auswärts in Oberndorf die neue Saison, in der es um Wiedergutmachung geht.

Von Daniel Suckert

Innsbruck –Der Stachel der Niederlage saß tief. Und wer Hypo-Manager Hannes Kronthaler kennt, der weiß, wie sehr ihn der Misserfolg in der vergangenen Saison ärgerte. Kein MEVZA-Titel und zu allem Überfluss riss ausgerechnet Aich/Dob den Tirolern noch den österreichischen Meistertitel aus der Hand. Das wirkte. Jeder Stein wurde umgedreht. Und über den Sommer blieb nichts beim Alten.

P wie Personal: Da fackelte Manager Kronthaler nicht lange: Ex-Kapitän Daniel Gavan stieg zum Co-Trainer auf, Gernot Hupfauf übernahm die gesamte Nachwuchsleitung und Alex Berger bekam die Kapitänsschleife überreicht. „Alex hat von Daniel lernen können, ist lange genug dabei und spielt auch im Nationalteam eine wichtige Rolle“, begründet der Volleyball-Zampano. Die Personalkosten seien zwar angestiegen, doch mit dem Schritt zur weiteren Professionalisierung auch gut begründet.

Der neue Co-Trainer Gavan genieße seine Rolle und erfülle diese mehr als zufriedenstellend. Ab Montag kehrt Headcoach Stefan Chrtiansky vom slowakischen Nationalteam zurück, um die letzte Feinjustierung zu machen.

M wie Meister: „Der Meistertitel muss wieder in Tirol sein“, lässt Manager Kronthaler keine Fragezeichen bezüglich der Prioritätensetzung in der neuen Saison aufkommen. „Der Titel schwebt einfach über allem.“ So weit nichts Neues aus dem Westen. Neu ist allerdings, dass Berger und Co. nicht mehr in der mitteleuropäischen Liga (MEVZA) antreten werden. Die Dunkelblauen baggern in der Champions League, der heimischen AVL-Liga und im Cup. Kronthaler: „In der MEVZA hatte ich alleine 80.000 Euro Fahrtkosten, weil kein Gegner unter 1000 Kilometer weit weg war. Da spare ich schon viel ein.“

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Die wiederentfachte Liebe zum Cup stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. „Sonst haben wir den Cup immer geopfert. Jetzt wollen wir Berger, Lorenz Koraimann, Alexander Tusch, Niklas Kronthaler, Alexander Harthaller und Martin Ermacora mit den jungen Spielern der zweiten Mannschaft angreifen lassen“, will der Manager den Titel nach 2008 wieder bei Hypo sehen.

O wie Olympiaworld: Gleich dreimal werden die Volleyballer von der Heimstätte USI in die Olympiahalle Innsbruck übersiedeln: Die Champions-League-Begegnungen (Constanta, Ankara und Wegiel) werden heuer erstmals vor keinem Platzproblem auf den Rängen stehen. „Eine der zwei Tribünen wird geöffnet, da können wir locker 3500 Zuschauer begrüßen“, freut sich Kronthaler über den Ortswechsel. „Auch wenn mich die Olympiahalle das Dreifache der USI kostet.“

Logistisch stellt der Sprung in die große Olympiahalle keine Herausforderung dar. Da helfen die gesammelten Erfahrungen von der Heim-EM 2011.

T wie Tickets: „Volleyball muss einfach wieder was kosten. Es gibt keine Ermäßigung, wobei fünf Euro eh schon für alle ermäßigt bedeutet“, erklärt der Tiroler mit einem Augenzwinkern. „Es ist ein symbolischer Akt, der natürlich wieder dem Netzwerk Tirol zugutekommt. Und für mich wächst das Geld auch nicht auf den Bäumen.“

Der Fahrplan für die neue Saison sieht folgendermaßen aus: Am 9. Oktober (19 Uhr) steigt der Heimauftakt in der AVL gegen Hartberg – in der Volleyball-Königsklasse kommt mit Constanta (23. Oktober) eine hohe Hürde. Kronthaler: „Die müssen wir schlagen, dann ist noch einiges möglich.“


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